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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Dritte Rede

4.

Denn sie sind Eins, nicht wie wenn das Eins wieder in zwei Teile geteilt wäre und diese wieder nichts weiter als Eins wären, auch nicht so, wie wenn das Eins zweimal genannt würde, so daß derselbe das einemal Vater, ein andermal sein eigener Sohn wäre; denn wegen dieser Ansicht wurde Sabellius als Häretiker erklärt. Vielmehr sind es zwei, weil der Vater Vater ist und nicht der nämliche [auch] Sohn ist und der Sohn Sohn, und nicht derselbe [auch] Vater ist. Aber die Natur ist nur Eine. Denn die Zeugung ist dem Erzeuger nicht unähnlich; sie ist ja sein Bild und alles, was der Vater hat, hat auch der Sohn. Darum ist der Sohn auch nicht ein anderer Gott; denn er wurde nicht von außen erdacht, da es dann jedenfalls viele1 gäbe, wenn eine fremde Gottheit neben der des Vaters ausfindig gemacht würde. Denn wenn der Sohn als Zeugung auch etwas anderes ist, so ist er doch dasselbe als Gott, und Eins sind Er und der Vater durch die Eigenheit und Gemeinsamkeit der Natur und durch die Identität der Einen Gottheit, wie wir gesagt haben. Denn auch der Abglanz ist Licht und zwar kein späteres als die Sonne, auch nicht ein anderes Licht und nicht auf [S. 247] Grund der Teilnahme an ihr, sondern er ist ganz ihre eigene Zeugung. Eine solche Zeugung ist aber notwendig Ein Licht, und man kann wohl nicht sagen, es seien zwei Lichter, wohl aber Sonne und Abglanz seien zwei, Eins aber das Licht aus der Sonne, das im Abglanz alles beleuchtet. Und in dieser Weise ist auch die Gottheit des Sohnes die des Vaters, weshalb sie auch unteilbar ist, und in dieser Weise gibt es nur Einen Gott und es ist kein anderer außer ihm. Da sie also in dieser Weise Eins sind und die Gottheit selbst Eine ist, so wird dasselbe vom Sohne ausgesagt, was man auch vom Vater sagt, nur daß er nicht Vater genannt wird, so z.B. "Gott": "Und Gott war das Wort"2: "Allmächtiger": "Das spricht, der da war und ist und sein wird, der Allmächtige"3; "Herr": "Ein Herr Jesus Christus"4, daß er Licht sei: "Ich bin das Licht"5, daß er die Sünden tilge: "Damit ihr aber wisset", so sagt er, "daß der Menschensohn Macht habe, auf Erden Sünden nachzulassen"6, und was man sonst noch finden kann. Denn "alles", sagt der Sohn selbst, "was der Vater hat, ist mein"7, und wieder: "Das Meinige ist Dein"8.

1: Nämlich Götter.
2: Joh. 1,1.
3: Off. 1,8.
4: 1 Kor. 8,6.
5: Joh. 8,12.
6: Joh. 5,24.
7: Joh. 16,15.
8: Joh. 17,10.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger