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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Dritte Rede

25.

Wenn also der Heiland in Bezug auf uns sagt: "Wie Du, Vater, in mir und ich in Dir, damit auch sie in uns Eins seien"1, so will er damit nicht eine künftige Identität unser mit ihm anzeigen; es wurde dies ja am Beispiel des Jonas nachgewiesen. Vielmehr ist es, wie Johannes geschrieben hat2, eine Bitte an den Vater, daß er den Geist durch ihn den Gläubigen gewähre, durch den wir auch in Gott zu sein und insoweit in ihm uns zu verbinden scheinen. Denn da das Wort im Vater ist, der Geist aber vom Worte verliehen wird, so will es, daß wir den Geist empfangen, damit auch wir, wenn wir mit seiner Aufnahme zugleich den Geist des im Vater wohnenden Wortes hätten, durch den Geist im Worte und durch dieses im Vater als Eins erschienen. Wenn er aber sagt: "wie wir", so heißt dies wieder nichts anderes, als daß diese den Jüngern mitgeteilte Gnade des Geistes dauerhaft und unwiderleglich sein soll. Denn was das Wort von Natur im Vater hat, wie ich vorhin gesagt habe, das will er uns als unwiderrufliche Gabe durch den Geist uns zukommen lassen. Dies erkannte auch der Apostel und darum sagte er: "Wer wird uns von der Liebe Christi scheiden?"3 "Denn Gottes Gnadengeschenke und die Gnade der Berufung sind unwiderruflich"4 . Der Geist ist es also, der in Gott ist, und nicht wir an und für sich. Und wie wir wegen des Wortes in uns Söhne und Götter sind, so werden wir im Sohne und Vater sein, und man wird uns im Sohne und Vater als Eins geworden erachten, weil der Geist in uns ist, der in dem im Vater befindlichen Worte ist. Wenn nun jemand wegen einer Schlechtigkeit des Geistes verlustig geht, die Gnade bleibt doch für die, [S. 277] welche wollen, unwiderruflich; es braucht einer nach dem Verlust nur Reue zu erwecken. Es ist aber der nicht mehr in Gott, der gefallen ist, weil der heilige Tröstergeist, der in Gott ist, von ihm gewichen ist, vielmehr wird der Sünder in dem sein, dem er sich unterworfen hat, wie es bei Saul der Fall war. "Denn es wich von ihm der Geist Gottes, und es plagte ihn ein böser Geist"5. Wenn nun die Gottesfeinde dies vernehmen, dann sollten sie sich eines Bessern besinnen und sich nicht mehr Gott gleich dünken. Doch sie kommen weder zu dieser Einsicht" — "denn der Gottlose", heißt es, "weiß nichts von Einsicht"6 —, noch ertragen sie gottesfürchtige Reden; schon beim bloßen Anhören fallen sie ihnen lästig.

1: Joh. 17,21.
2: Joh. 17,20.
3: Röm. 8,35.
4: Röm. 18,29.
5: 1. Kön. 16,14.
6: Sprichw. 29,7.

 

 

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Einleitung zu den Werken des Athanasius
Einleitung zu den Reden gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger