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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Dritte Rede

17.

Doch auch so kommen die Arianer nicht zur Einsicht und sie sagen: Nicht wie ihr sagt, sondern wie wir wollen. Denn obschon ihr unsere früheren Einfälle widerlegtet, haben wir doch einen neuen gefunden und wir behaupten: So sind Sohn und Vater Eins, und so ist der Vater im Sohne und der Sohn im Vater, wie auch wir in ihm sind. Denn das steht im Johannesevangelium geschrieben, und darum bat Christus für uns in den Worten: "Heiliger Vater, bewahre sie in Deinem Namen, die Du mir gegeben hast, damit sie Eins seien wie auch wir"1, und kurz hernach wieder: "Doch nicht allein für diese bitte ich, sondern auch für alle, die durch ihr Wort zum Glauben an mich kommen werden, damit alle Eins seien, wie Du, Vater, in mir und ich in Dir, damit auch sie in uns Eins seien, damit die Welt glaube, daß Du mich gesandt hast. Die Herrlichkeit, die Du mir gegeben hast, habe ich ihnen [S. 266] gegeben, damit sie Eins seien, wie auch wir Eins sind, ich in ihnen und Du in mir, damit sie vollkommen Eins seien, und die Welt erkenne, daß Du mich gesandt hast"2. Im Glauben, jetzt einen Vorwand gefunden zu haben, fügen die Hinterlistigen noch folgendes bei: "Wenn, wie wir im Vater Eins werden, so auch Er und der Vater Eins sind, und so auch Er im Vater ist, wie könnt ihr behaupten, er sei der Substanz des Vaters eigen und ähnlich, weil er sagt: "Ich und der Vater sind Eins" und: "Ich im Vater und der Vater in mir"? Denn entweder müssen auch wir der Substanz des Vaters eigen oder muß auch Er ihr fremd sein, wie auch wir ihr fremd sind". So lautet ihr albernes Geschwätz. Doch ich sehe in dieser ihrer verkehrten Ansicht nichts anderes als eine unsinnige Tollheit und einen teuflischen Wahnsinn, indem auch sie gleich jenem sprechen: "Zum Himmel wollen wir emporsteigen, und dem Allerhöchsten werden wir gleich sein"3. Denn was aus Gnade den Menschen gegeben wird, das wollen sie der Gottheit des Gebers ebenbürtig wissen. Als sie daher vernahmen, daß die Menschen Söhne genannt werden, da wähnten auch sie, dem wahren und naturhaften Sohn gleich zu sein, und da sie jetzt wieder aus dem Munde des Heilands hören: "Damit sie Eins seien wie auch wir", geben sie sich einer Täuschung hin, und in ihrem Übermut meinen sie, daß auch sie so sein werden wie der Sohn im Vater ist und der Vater im Sohne, und sie beachten nicht, daß der Sturz ihres Vaters, des Teufels, auf Grund eines solchen Wahnes erfolgt ist.

1: Joh. 17,11.
2: Joh. 17,20-23.
3: Is. 14,13.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger