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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Zweite Rede

9.

Wer kann diesen ganzen Abschnitt lesen, ohne die Arianer zu verurteilen und den seligen Apostel wegen seiner trefflichen Rede zu bewundern? Denn wann ist er gemacht worden, und wann ist er ein Abgesandter geworden, wenn nicht damals, als er gleich uns auch an Fleisch und Blut teilnahm? Und wann ist er barmherzig und ein treuer Hoherpriester geworden, wenn nicht damals, als er in allem den Brüdern ähnlich wurde? Er wurde aber damals ähnlich, als er Mensch geworden ist und unser Fleisch anzog: In Bezug auf die menschliche Heilsordnung des Wortes schrieb und sagte Paulus: "Der treu ist dem, der ihn gemacht hat" und nicht in [S. 131] Bezug auf die Substanz des Wortes. Hört also auf zu rasen und zu sagen, das Wort Gottes sei ein Geschöpf; es ist ja von Natur eingeborener Sohn. Damals aber gewann es Brüder, als es das uns ähnliche Fleisch anzog, das es auch durch sich selbst darbrachte und so Hoherpriester genannt wurde, und barmherzig und treu geworden ist, barmherzig, weil es sich für uns darbrachte und sich unser erbarmte, treu, nicht weil es am Glauben teilnahm, auch nicht, weil es an einen glaubte wie wir, sondern weil man ihm Glauben schuldet in allem, was es sagt und tut, und weil es ein zuverlässiges Opfer darbringt, das fortdauert und nicht hinfällig wird. Denn die Opfer, die nach dem Gesetze dargebracht wurden, hatten nicht dieses Zuverlässige, da sie mit dem Tag vorübergingen und wieder eine Reinigung erheischten. Das Opfer des Heilandes aber hat, einmal dargebracht, alles zur Vollendung gebracht und ist zuverlässig geworden, da es immerdar bleibt. Und Aaron hatte seine Nachfolger, und überhaupt lösten im Gesetzespriestertum Zeit und Tod ihre Träger ab. Der Herr aber, der das unwandelbare und unübertragbare Hohepriesteramt besitzt, ist ein zuverlässiger Hoherpriester geworden, weil er immer bleibt1, und ist in seiner Verheißung treu, da er die, welche zu ihm kommen, erhört und nicht betrügt. Dies kann man wiederum auch aus dem Briefe des großen Petrus erfahren, der sagt; "Darum müssen auch die, welche nach dem Willen Gottes leiden, ihre Seelen dem treuen Schöpfer anempfehlen"2. Denn er ist treu, da er sich nicht ändert und immerdar bleibt und auch erfüllt, was er versprochen hat.

1: Hebr. 7,24.
2: 1 Petr. 4,19.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger