Titel newsletter aktuell suche Titel werke start

Diese Datenbank wird nicht mehr weiter ergänzt. Bitte verwende Sie die neue Seite hier: https://bkv.unifr.ch

Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Zweite Rede

40.

Wenn also in den göttlichen Aussprüchen neben diesem Sohne sich keine andere Weisheit findet, noch [S. 174] auch wir so etwas von den Vätern vernommen haben, von diesen vielmehr bekannt und geschrieben worden ist, daß die Weisheit unentstanden zugleich mit dem Vater existiere, ihm eigen und die Schöpferin der Welt sei, so ist es wohl auch nach ihrer Ansicht der Sohn selbst, der ewig mit dem Vater besteht. Denn er ist auch Schöpfer, wie geschrieben steht: "Alles hast Du in Weisheit gemacht"1. Tritt ja doch Asterius selbst, wie wenn er vergessen hätte, was er zuvor geschrieben, nach Art des Kaiphas2 , ohne es zu wollen, hinterher auch seinerseits gegen die Heiden auf und redet nicht mehr von vielen Weisheiten, noch von der Raupe, sondern bekennt sich nunmehr zu der einzigen Weisheit, wenn er also schreibt: "Einer ist Gott, das Wort [Vernunft], viele Wesen aber sind mit dem Worte [Vernunft] begabt und eine ist die Substanz und Natur der Weisheit, weise und gute Wesen aber gibt es viele". Und gleich hernach sagt er wieder: Welche möchten es sein, die sie des Namens von Gotteskindern würdig erachten? Denn sie werden doch nicht auch diese für Worte erklären noch behaupten, es gebe mehrere Weisheiten. Denn wenn das Wort eines und die Weisheit, wie nachgewiesen, eine ist, dann ist es nicht möglich, die Wesenheit des Vaters einer Vielheit von Kindern zuzuteilen und ihnen den Zunamen von der Weisheit aus Gnade zu geben. Es fällt also keineswegs auf, wenn die Arianer gegen die Wahrheit ankämpfen, wo sie doch schon bei ihren eigenen Leuten anstoßen und mit einander in Streit geraten, indem sie das einemal von vielen Weisheiten reden, ein andermal nur für eine einzige sich erklären. Und bald bringen sie die Weisheit mit der Raupe in Verbindung, bald behaupten sie, sie existiere zugleich mit dem Vater und sei ihm eigen, und einmal sagen sie, nur der Vater sei unentstanden, ein andermal, auch seine Weisheit und Kraft seien unentstanden. Und sie streiten mit uns, wenn wir sagen, das Wort Gottes bestehe immer, sie selbst aber vergessen ihre eigenen Behauptungen, wenn sie sagen, daß die [S. 175] Weisheit zugleich mit Gott existiere, ohne geworden zu sein. So werden sie vielleicht vom Schwindel erfaßt, leugnen die wahre Weisheit, erfinden eine solche, die nicht existiert, wie die Manichäer, die den wirklichen Gott leugnen und einen andern erdichten.

1: Ps. 103,24.
2: Vgl. Joh. 11,50.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu den Werken des Athanasius
Einleitung zu den Reden gegen die Arianer
Bilder Vorlage

Navigation
. Erste Rede
. Zweite Rede
. . Mehr
. . 32.
. . 33.
. . 34.
. . 35.
. . 36.
. . 37.
. . 38.
. . 39.
. . 40.
. . 41.
. . 42.
. . 43.
. . 44.
. . 45.
. . 46.
. . 47.
. . 48.
. . Mehr
. Dritte Rede
. [Vierte] Rede gegen ...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger