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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Zweite Rede

39.

Wo fanden sie denn überhaupt in der göttlichen Schrift ausgesprochen oder von wem vernehmen sie, daß ein anderes Wort und eine andere Weisheit neben diesem Sohne existiere, um sich so etwas in den Kopf zu setzen? Wohl steht geschrieben: "Sind nicht meine Reden wie Feuer oder wie ein Beil, das einen Felsen spaltet?"1 und in den Sprichwörtern: "Ich will euch in meinen Reden unterrichten"2. Aber das sind Befehle und Aufträge, die Gott durch sein eigenes und einziges wahrhaftes Wort an die Heiligen hat ergehen lassen, wovon der Psalmist sagt: "Von jedem bösen Wege halte [S. 173] ich zurück meine Füße, damit ich Deine Worte halte"3. Daß nun das andere Worte sind als er selbst, hat der Heiland selber ausgesprochen mit den Worten: "Die Worte, die ich zu euch geredet habe"4. Denn es sind ja dergleichen Worte nicht Zeugungen oder Söhne, und nicht gibt es so viele schöpferische Worte, noch so viele Bilder des einen Gottes, noch gibt es so viele, die für uns Mensch geworden sind, noch ist es gleichsam aus der Mitte vieler solcher eines, das nach Johannes Fleisch geworden ist, sondern als einziges Wort Gottes wurde es von Johannes verkündet: "Das Wort ist Fleisch geworden"5 und: "Alles ist durch dasselbe geworden". Deshalb sind auch über unsern Herrn Jesus Christus allein und über seine Einheit mit dem Vater die Zeugnisse aufgeschrieben und niedergelegt: der Vater offenbart, einer sei der Sohn und die Heiligen haben das erfahren und sagen, eines sei das Wort und dieses sei eingeboren. Und auch seine Werke werden [zum Beweis] angeführt. Denn alles Sichtbare und Unsichtbare ist durch das Wort entstanden und ohne dasselbe ist nichts entstanden. Von einem zweiten oder irgendeinem andern aber machen sie sich keine Vorstellungen, und sie ersinnen keine Worte oder Weisheiten, von denen die Schrift weder einen Namen noch ein Werk anzugeben weiß, von denen vielmehr nur diese reden. Denn das ist die Ausgeburt ihrer christusfeindlichen Gesinnung, und sie treiben mit dem Namen "Wort" und "Weisheit" Mißbrauch, erdichten sich andere und leugnen das wahre Wort Gottes und die wirkliche und einzige Weisheit des Vaters, und den Manichäern beten nunmehr diese Elenden nach. Denn auch sie leugnen, wenn sie die Werke Gottes sehen, ihn den alleinigen und wahren Gott und ersinnen sich einen andern, für den sie weder ein Werk noch irgendein Zeugnis in den göttlichen Aussprüchen nachweisen können.

1: Jer. 23,29.
2: Sprichw. 1,23.
3: Ps. 118,101.
4: Joh. 6,64.
5: Joh. 1,14.3.

 

 

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Einleitung zu den Werken des Athanasius
Einleitung zu den Reden gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger