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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Zweite Rede

38.

Wenn sie aber das auch nur aussprechen, verdienen sie dann nicht allen Haß? Denn wenn er, wie sie glauben, nicht wegen der Geburt aus dem Vater und wegen der Eigenheit der Substanz Sohn ist, sondern wegen der vernünftigen Wesen Vernunft [Wort] und wegen der mit Weisheit begabten Weisheit und wegen der mit Kraft ausgestatteten Kraft genannt wird, so wurde er wohl jedenfalls auch wegen der angenommenen Söhne Sohn genannt und hat vielleicht auch das Sein wegen der seienden Dinge nur in der Vorstellung. Was ist er aber dann noch? Denn von alldem ist er wohl nichts, wenn das nur Namen für ihn sind, und er existiert nur in der Phantasie und wird nur unsertwegen mit diesem Namen geschmückt. Aber auch das ist vielmehr ein teuflischer Unverstand oder vielleicht noch mehr, daß sie selbst in Wahrheit existieren wollen, aber vom Wort Gottes eine Existenz nur dem Namen nach annehmen. Und sind nicht auch das ungeheuerliche Behauptungen von ihnen, wenn sie sagen, eine [S. 172] Weisheit existiere mit dem Vater, aber diese sei nicht Christus, vielmehr gebe es viele geschaffene Kräfte und Weisheiten, und eine von diesen sei der Herr, den sie auch mit einer Raupe und Heuschrecke vergleichen? Und wenn sie von uns hören, das Wort existiere zugleich mit dem Vater, sind sie dann nicht auch heimtückisch, wenn sie daraufhin murren und sprechen: "So redet ihr also von zwei unentstandenen Wesen", dabei selbst aber mit ihrer Rede von "seiner ungewordenen Weisheit" nicht sehen, daß der nichtige Tadel, den sie aussprechen, sie selber trifft? Und ist nicht auch jene ihre Ansicht wieder ganz töricht, wonach die ungewordene Weisheit, die zugleich mit Gott existiert, Gott selber wäre? Denn was zugleich existiert, existiert nicht zugleich mit sich selbst, sondern mit irgendeinem, wie z.B. die Evangelisten vom Herrn berichten, daß er mit seinen Jüngern zusammen war. Denn nicht mit sich selbst, sondern mit seinen Jüngern war er zusammen. Sonst müßten sie sagen, Gott sei zusammengesetzt und habe eine äußerlich verbundene Weisheit oder eine solche, die seine eigene Substanz ergänzt und gleichfalls ungeworden ist, die sie auch als Schöpferin der Welt einschieben, um dem Sohne auch die Schöpfung entziehen zu können. Denn sie suchen alles mögliche zu behaupten, um ja nicht vom Herrn der Wahrheit folgend denken zu müssen.

 

 

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Einleitung zu den Werken des Athanasius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger