Titel newsletter aktuell suche Titel werke start

Diese Datenbank wird nicht mehr weiter ergänzt. Bitte verwende Sie die neue Seite hier: https://bkv.unifr.ch

Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Zweite Rede

37.

Deshalb muß ich mich auch wundern, wie diese, da doch ein Gott ist, nach ihren eigenen Einfällen viele Bilder, Weisheiten und Worte annehmen und behaupten, daß das eigene und natürliche Wort des Vaters, in dem er auch den Sohn gemacht habe, ein anderes sei, der wirkliche Sohn aber nur dem Sinne nach Wort genannt werde wie Weinstock, Weg, Türe und Baum des Lebens. Und Weisheit, erklären sie, werde er dem Namen nach genannt; eine andere Weisheit aber sei die eigene und wahrhafte Weisheit des Vaters, die ungezeugt mit ihm existiert, in der er auch den Sohn machte und ihn auf Grund seiner Teilnahme an ihr Weisheit nannte. Hierin kam es aber bei ihnen nicht bloß zu Worten, sondern Arius hat in seiner Thalia solche Behauptungen zusammengestellt und der Sophist Asterius schrieb, wie wir schon früher1 erwähnt haben, folgendes nieder: "Nicht sagte der selige Paulus, er verkünde Christum, die Kraft oder die Weisheit Gottes, sondern, ohne Beifügung des Artikels: Kraft Gottes und Weisheit Gottes, womit er predigte, eine andere Kraft sei die Gott selbst eigene und natürliche und ohne Zeugung mit ihm bestehende, die offenbar auch Christum gezeugt und die ganze Welt geschaffen habe. Und von dieser lehrt und sagt Paulus im Briefe an die Römer: "Denn das Unsichtbare an ihm wird seit der Erschaffung der Welt in den Geschöpfen erkannt und geschaut, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit2. Denn wie man nicht sagen könnte, die Gottheit, von der hier die Rede ist, sei Christus, sondern nur, sie sei der Vater selbst, [S. 171] so, glaube ich, ist auch seine ewige Kraft und Weisheit nicht der eingeborene Sohn, sondern sie ist der Vater, der ihn gezeugt hat. Und er lehrt, eine andere Kraft und Weisheit Gottes sei die, welche in Christus kund werde." Kurz hernach sagt derselbe Asterius: "Allerdings ist seine ewige Kraft und Weisheit, die nach den Wahrheitsbeweisen anfangslos und ungezeugt erscheint, doch wohl nur eine und dieselbe; aber viele sind es, die von ihm einzeln geschaffen wurden, und unter diesen ist der Erstgeborene und Eingeborene Christus. Alle sind doch nun in gleicher Weise von ihrem Herrn abhängig und alle werden mit Recht Kräfte dessen genannt, der sie geschaffen hat und sich ihrer bedient. Deshalb sagt der Prophet, die Heuschrecke, die eine von Gott verhängte Strafe für die Sünden der Menschen sei, werde nicht bloß eine Kraft, sondern sogar eine große Kraft von Gott selbst genannt3. Der selige David aber fordert in mehreren Psalmen nicht bloß die Engel, sondern auch die Kräfte auf, Gott zu loben."

1: I. Rede c. 32.
2: Röm. 1,20.
3: Joel. 2,25.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu den Werken des Athanasius
Einleitung zu den Reden gegen die Arianer
Bilder Vorlage

Navigation
. Erste Rede
. Zweite Rede
. . Mehr
. . 29.
. . 30.
. . 31.
. . 32.
. . 33.
. . 34.
. . 35.
. . 36.
. . 37.
. . 38.
. . 39.
. . 40.
. . 41.
. . 42.
. . 43.
. . 44.
. . 45.
. . Mehr
. Dritte Rede
. [Vierte] Rede gegen ...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger