Titel newsletter aktuell suche Titel werke start

Diese Datenbank wird nicht mehr weiter ergänzt. Bitte verwende Sie die neue Seite hier: https://bkv.unifr.ch

Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Zweite Rede

33.

Dies sind nämlich die spitzfindigen Ränke der [S. 165] Andersgläubigen, und wenn wir auch schon im Vorausgegangenen ihr diesbezügliches hohles Gerede widerlegt haben, so widerlegt gleichwohl auch eine genaue Prüfung dieser Worte und der Sinn der Gleichnisse das Blendwerk ihrer verruchten Lehre. Denn wir sehen, daß das Wort immer existiert und seine Existenz aus Gott hat und der Substanz dessen eigen ist, dessen Wort es auch ist, und daß es kein "früher" und "später" kennt. Wir sehen auch, daß der Abglanz der Sonne ihr selbst eigen ist, und daß die Substanz der Sonne weder geteilt noch auch verringert wird, sondern daß sowohl sie selbst ganz bleibt als auch der Abglanz vollkommen und unversehrt ist, und daß dieser die Substanz des Lichtes nicht vermindert, sondern als eine wahrhafte Zeugung aus ihm besteht. Wir sehen auch, daß der Sohn nicht von außen, sondern vom Vater gezeugt ist, daß der Vater unversehrt bleibt, und daß das Abbild der Substanz immer besteht und eine, völlige Ähnlichkeit mit dem Vater bewahrt, und dessen unverändertes Abbild bleibt, so daß wer dieses1 sieht, in ihm auch die Substanz sieht, deren Abbild es ist. Und aus der Wirksamkeit des Abbildes erkennen wir in Wahrheit die Gottheit der [urbildlichen] Substanz. Denn dies hat auch der Heiland gelehrt mit den Worten: "Der in mir bleibt, der tut die Werke, die ich tue"2 und: "Ich und der Vater sind Eins"3 und: "Ich bin im Vater und der Vater ist in mir"4. So möge also die christusfeindliche Häresie zuerst versuchen, an den von den entstandenen Dingen hergenommenen Beispielen eine Trennung vorzunehmen und zu sagen: "Es war einmal die Sonne ohne Abglanz", oder: "Dieser ist nicht der Substanz des Lichtes eigen", oder: "Er ist zwar eigen, doch infolge der Trennung ist er ein Teil vom Lichte". Dann nehme sie auch eine Trennung vor beim Wort und sage, es habe mit der Vernunft nichts zu tun, oder: "Es war einmal nicht", oder: "Es ist seiner Wesenheit nicht eigen", oder: "Es ist durch Trennung ein Teil von ihm". Sie trenne das [S. 166] Abbild und das Licht und die Kraft sowie das Wort und den Abglanz, und dann mögen sie darüber phantasieren, wie es ihnen beliebt. Wenn aber ein solches Unterfangen ihnen selbst unmöglich erscheint, wie toben sie nicht heftig, wenn sie nach dem, was über die entstandenen Wesen und ihre eigene Natur hinausliegt, vergeblich auslangen und Unmögliches versuchen?

1: Das Abbild.
2: Joh. 14,12.
3: Joh. 10,30.
4: Joh. 14,10.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu den Werken des Athanasius
Einleitung zu den Reden gegen die Arianer
Bilder Vorlage

Navigation
. Erste Rede
. Zweite Rede
. . Mehr
. . 25.
. . 26.
. . 27.
. . 28.
. . 29.
. . 30.
. . 31.
. . 32.
. . 33.
. . 34.
. . 35.
. . 36.
. . 37.
. . 38.
. . 39.
. . 40.
. . 41.
. . Mehr
. Dritte Rede
. [Vierte] Rede gegen ...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger