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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Zweite Rede

21.

Wenn aber das, was der Vater wirkt, auch der Sohn wirkt, und was der Sohn schafft, auch des Vaters Geschöpfe sind, ein Werk und Geschöpf des Vaters aber der Sohn ist, so wird er entweder sich selbst machen, [S. 148] und er wird sein eigener Schöpfer sein — denn was der Vater wirkt, sind auch Werke des Sohnes —, was doch wohl ungereimt und unmöglich ist, oder er ist wohl, wenn er die Werke des Vaters schafft und macht, selbst kein Werk und auch kein Geschöpf, damit er nicht in Einer Person schaffende Ursache ist und unter den gemachten Wesen als Schöpfer dessen, was er selbst geworden ist, befunden wird, zumal er es ja nicht einmal machen kann. Denn wie ist er, wenn er nach eurer Ansicht aus dem Nichtseienden geworden ist, imstande, das Nichtseiende ins Dasein zu setzen? Wenn er aber als Geschöpf auch ein Geschöpf schafft, dann wird man auch von jedem Geschöpf dasselbe denken müssen, nämlich, daß auch sie schaffen können. Und wenn ihr das so wollt, wozu bedarf es denn des Wortes, wenn das Niedrige durch das Höhere entstehen kann, oder da überhaupt schon im Anfang jedes der entstandenen Wesen von Gott hören konnte: "Entsteht" und "Werde" und so das Einzelne wäre geschaffen worden? Doch das steht nicht geschrieben, noch auch war es möglich; denn von den entstehenden Dingen ist keines schöpferische Ursache. Alle sind ja durch das Wort entstanden, und es hätte das Wort selbst nicht alle schaffen können, wenn es selbst auch eines von den Geschöpfen wäre. Denn auch die Engel, weil gleichfalls Geschöpfe, werden nicht schaffen können, wenn auch Valentin, Marcion und Basilides solches dachten, und ihr deren Nachbeter seid. Und auch die Sonne wird, weil ein Geschöpf, niemals das Nichtseiende ins Dasein setzen, und auch kein Mensch wird einen Menschen bilden, und kein Stein einen Stein ersinnen, und kein Holz dem Holze Wachstum geben, sondern Gott ist es, der im Mutterleib den Menschen bildet und die Berge setzt und das Holz ausdehnt. Der erkenntnisfähige Mensch aber setzt diesen Stoff zusammen und bildet ihn um und bearbeitet das Seiende, wie er es gelernt hat, und es genügt ihm, daß es existiert; und da er seine Natur kennt, so kann er, wenn er etwas braucht, Gott darum bitten.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger