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Athanasius (295-373)
Vier Reden gegen die Arianer
(Orationes contra Arianos)

Erste Rede

1.

[S. 17] Alle Häresien, die durch Abfall von der Wahrheit entstanden, haben offenbar ein Wahngebilde sich ausgesonnen, und ihre Gottlosigkeit ist längst allen offenkundig geworden. Daß ja die, die solches ausgeheckt haben, von uns geschieden sind, ist doch wohl klar, wie ja der selige Johannes geschrieben hat: Die Anschauung solcher Leute hätte mit der unsrigen nie harmoniert noch auch harmoniere sie heute1. Deshalb zerstreuen sie auch, wie der Heiland gesagt hat2, mit dem Teufel, sie, die nicht mit uns sammeln, und warten, bis die Leute schlafen, um dann ihr eigenes tödliches Gift auszusäen und so Genossen im Tode zu gewinnen.

Eine von den Irrlehren nun und zwar die jüngste, die eben erst als Vorläuferin des Antichrist ausgezogen ist, die sogenannte arianische, — listig und verschlagen — sieht, wie ihre älteren Schwestern, die andern Irrlehren, vor aller Welt gebrandmarkt wurden. Deshalb sucht sie sich heuchlerisch mit den Aussprüchen der Schrift zu decken wie schon ihr Vater, der Teufel, und will sich den Wiedereintritt in das Paradies der Kirche erzwingen, um unter der Maske des Christentums durch ihre verführerischen Fehlschlüsse — etwas Vernünftiges ist ja bei ihr nicht zu finden — den einen und andern zu einer falschen Vorstellung von Christus zu verleiten. Und sie hat ja wirklich schon einige Unbesonnene irregeführt und zwar so, daß deren Schädigung nicht auf das Anhören beschränkt blieb, sondern daß sie, der Eva gleich, auch nahmen und kosteten und nunmehr in ihrer Verblendung das Bittere süß wähnen und die abscheuliche Irrlehre schön nennen3.

Ich erachtete es daher, von euch dazu ermuntert4 , für nötig, den geschlossenen Panzer dieser häßlichen [S. 18] Irrlehre zu öffnen und euch deren übelriechende Torheit nachzuweisen, damit die ihr ferne Stehenden sie noch mehr fliehen, die von ihr bereits Betrogenen aber zu besserer Einsicht kommen, die Augen ihres Herzens öffnen und erkennen, daß, wie die Finsternis nicht Licht und die Lüge nicht Wahrheit ist, so auch die arianische Irrlehre nicht schön ist, daß aber auch die, welche diese Leute noch Christen nennen, in gar schwerer Täuschung befangen sind, da sie weder die Schrift verstehen noch überhaupt das Christentum und seinen Glauben kennen.

1: 1.Joh 2,19
2: Luk. 11,23.
3: Vgl. Is. 5,20.
4: Vgl. Einleitung S. 5.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger