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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Erste Rede

61.

Was also "vorzüglicher" ist, konnte, wie gesagt, durch keinen andern entstehen als durch den Sohn, der zur Rechten des Vaters ist. Worauf weist dies hin, wenn nicht auf die Echtheit des Sohnes und darauf, daß die Gottheit des Vaters die des Sohnes ist? Denn da der Sohn die Herrschaft des Vaters führt, so sitzt er auf demselben Throne wie der Vater, und da er in der Gottheit des Vaters geschaut wird, so ist Gott das Wort, und der den Sohn sieht, sieht den Vater, und so ist Ein Gott. Wenn er nun zur Rechten sitzt, setzt er den Vater nicht [S. 107] zur Linken, sondern was im Vater zur Rechten ist und ehrenvoll, das besitzt auch der Sohn und er sagt: "Alles, was der Vater hat, ist mein"1. Deshalb sieht auch der Sohn, wenn er zur Rechten sitzt, gleichfalls den Vater zur Rechten, wenn er auch als Menschgewordener sagt: "Ich sah meinen Herrn immer vor mir, weil er zu meiner Rechten ist, damit ich nicht wanke"2. Denn auch hierin zeigt sich wieder, daß der Sohn im Vater und der Vater im Sohne ist. Denn wenn der Vater zur Rechten ist, dann ist der Sohn in dem, der zur Rechten sitzt, und wenn der Sohn zur Rechten sitzt, ist der Vater im Sohne. Die Engel dienen, indem sie auf- und niedersteigen. Vom Sohn aber sagt er: "Und es sollen ihn anbeten alle Engel Gottes"3. Und wenn die Engel dienen, sagen sie: "Ich bin zu Dir gesandt" und: "Der Herr hat befohlen". Wenn aber der Sohn auch in menschlicher Weise sagt: "Ich bin gesandt" und daß er komme, das Werk zu vollenden und zu dienen4, so sagt er gleichwohl als Wort und Bild: "Ich bin im Vater und der Vater ist in mir"5, und: "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen"6, und: "Der Vater bleibt in mir und vollbringt selbst die Werke"7. Denn, was man in diesem Bilde sieht, das sind die Werke des Vaters. Das genügt nun, um die zu beschämen, welche gegen die Wahrheit selbst kämpfen. Wenn sie aber, weil geschrieben steht, "vorzüglicher geworden", das "geworden" nicht so vom Sohn verstanden wissen wollen, als hieße es: Er ist es geworden und ist es8, oder das "geworden" nicht so nehmen und deuten wollen, daß sein Dienst vorzüglicher geworden sei9, wie wir sagten, sondern meinen, daß [S. 108] mit diesem Worte der Sohn als entstanden hingestellt sei, so sollen sie auch darauf eine kurze Antwort vernehmen, da sie ja das Gesagte vergessen haben.

1: Joh. 16,15.
2: Ps. 15,8.
3: Hebr. 1,6.
4: Vgl. Joh. 17,3 u. Mark. 10,45.
5: Joh. 14,10.
6: Joh. 14,9.
7: Joh. 14,10.
8: Nämlich "vorzüglicher" und damit wesensverschieden von den Geschöpfen. So kann man also das Wort richtig verstehen von seiner göttlichen Natur, oder
9: von seiner menschlichen Natur.

 

 

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Einleitung zu den Werken des Athanasius
Einleitung zu den Reden gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger