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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Erste Rede

49.

Wenn sie aber deshalb, weil im Psalm unmittelbar die Worte folgen: "Darum salbte Dich Gott, Dein Gott", aus dem Worte "darum" wieder einen Scheingrund für sich und ihre Sache gewinnen wollen, so mögen sie, die Schriftunkundigen und Erfinder der Gottlosigkeit, erkennen, daß auch hier wiederum das Wort "darum" nicht einen Lohn für die Tugend oder das Tun und Wirken des Wortes, sondern wieder die Ursache [S. 89] seines Erscheinens unter uns und der Salbung des Geistes bezeichnet, die für uns an ihm vollzogen wurde. Denn er hat nicht gesagt: Darum salbte er Dich, damit Du Gott würdest oder König oder Sohn oder Wort. Denn er war dies auch vordem und ist es immer, wie gezeigt wurde. Vielmehr sagte er: Da Du Gott bist und König, "darum" wurdest Du auch gesalbt, da auch kein anderer den Menschen mit dem Heiligen Geiste verbinden konnte als nur Du, das Bild des Vaters, nachdem wir auch im Anfang geschaffen worden sind; denn Dein ist auch der Geist. Denn die Natur der geschaffenen Wesen bot hierfür nicht die nötige Garantie1, da die Engel sündigten, die Menschen ungehorsam waren. Daher bedurfte es Gottes — Gott aber ist das Wort —, damit er selbst die befreite, die dem Fluche verfallen waren. Wenn er nun aus Nichtseiendem wäre, so wäre er auch Christus nicht, da er einer von allen und selbst auch Genosse wäre. Da er aber als Sohn Gottes Gott ist und als Abglanz und Abriß des Vaters ewiger König, deshalb ist er natürlich selbst der erwartete Christus, den der Vater den Menschen verkündigt und seinen heiligen Propheten offenbart, damit, wie wir durch ihn geschaffen worden sind, so auch in ihm allen die Erlösung von den Sünden zuteil, und alles von ihm regiert werde. Und dies ist die Ursache der an ihm vollzogenen Salbung und der Erscheinung des Wortes im Fleische. Sie schaut auch der Psalmist voraus, und er preist die Gottheit und väterliche Herrschaft des Wortes, wenn er ausruft: "Dein Thron, o Gott, besteht in Ewigkeit, ein Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter Deiner Herrschaft"2. Und seine Ankunft unter uns ankündigend, sagt er: "Deshalb salbte Dich Gott, Dein Gott, mit dem Öle der Freude vor Deinen Genossen"3.

1: τῶν μὲν γὰρ γενητῶν ἠ φὺσις οὑκ ἦν ἀξιὸπιστος d. h. die geschaffene Natur war insofern nicht geeignet zu diesem Werk, als eben die Sicherheit des Heils durch einen Engel oder Menschen nicht verbürgt worden wäre.
2: Ps. 44,7.
3: Ps. 44,8.

 

 

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Einleitung zu den Werken des Athanasius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger