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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Erste Rede

48.

Welchen Zuwachs gewann nun wieder der Unsterbliche, wenn er das Sterbliche annahm, oder welche Verbesserung ward dem Ewigen zuteil, wenn er das Zeitliche anzog? Und wie könnte noch ein höherer Lohn dem ewigen Gott und König zuteil werden, der im Schoße des Vaters ist? Sehet ihr nicht, daß auch das unsertwegen und für uns geschehen und geschrieben ist, damit der Herr uns, die Sterblichen und Vergänglichen, unsterblich mache und in das ewige Reich der Himmel einführe? Errötet ihr nicht, die göttlichen Aussprüche lügenhaft zu entstellen? Denn indem unser Herr Jesus Christus auf Erden erschien, wurden wir verbessert und von der Sünde befreit; er selbst aber bleibt derselbe. Und nicht hat er sich geändert, da er Mensch geworden ist denn ich muß wiederum dasselbe sagen —, sondern, wie geschrieben steht, "das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit"1. Denn so gewiß er vor der Menschwerdung als Wort den Heiligen den Geist als sein eigen mit teilte, so heiligt er auch, nachdem er Mensch geworden [S. 88] ist, alle durch den Geist und spricht zu den Jüngern: "Empfanget den Heiligen Geist!"2. Und er gab ihn dem Moses und den übrigen Siebzig3. Durch ihn flehte David zum Vater mit den Worten: "Deinen Heiligen Geist nimm nicht von mir!"4. Und nachdem er Mensch geworden, sprach er: "Und ich werde euch den Tröster senden, den Geist der Wahrheit"5. Und so sandte ihn das untrügliche Wort Gottes. Also "Jesus Christus, gestern und heute derselbe in Ewigkeit"6, bleibt unveränderlich und ist derselbe, der gibt und empfängt, gibt als Gottes Wort, empfängt als Mensch. Nicht also das Wort, insofern es Wort ist, verbessert sich — es besaß ja alles und besitzt es immer —, sondern die Menschen sind es, die in ihm und durch ihn zu empfangen beginnen. Da es nun von ihm heißt, daß er in menschlicher Weise gesalbt werde, so sind wir es, die in ihm gesalbt werden. Und auch, wenn er getauft wird, sind wir es, die in ihm getauft werden. Über all dies gibt uns der Heiland näheren Aufschluß, wenn er zum Vater sagt: "Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die Du mir gegeben hast, damit sie Eins seien wie wir Eins sind"7. Unsertwegen bat er also um die Herrlichkeit und heißt es: "Er empfing" und "er gab" und "er erhöhte", damit wir empfingen, damit er uns gebe und wir in ihm erhöht würden, wie er auch für uns sich heiligt, damit wir in ihm geheiligt würden.

1: Is. 40,8.
2: Joh. 20,22.
3: Num. 11,16.
4: Ps. 50,13.
5: Joh. 15,26.
6: Hebr. 13,8.
7: Joh. 17,22.

 

 

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Einleitung zu den Werken des Athanasius
Einleitung zu den Reden gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger