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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Erste Rede

46.

Was also beim Apostel geschrieben steht, hat diesen Sinn und widerlegt die Gottlosen. Was aber der Sänger sagt, hat wieder den nämlichen richtigen Sinn, den diese zwar mißdeuten, der Psalmist aber im gottesfürchtigen Sinne versteht. Denn auch er sagt: "Dein Thron, o Gott, besteht für alle Ewigkeit, ein Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter Deiner Herrschaft. Du hast die Gerechtigkeit geliebt und die Ungerechtigkeit gehaßt, darum hat Dich Gott, Dein Gott, mit dem Öle der Freude gesalbt vor Deinen Genossen"1. Merkt auf, ihr Arianer, und erkennt wenigstens hieraus die Wahrheit! Genossen des Herrn hat der Psalmist uns alle genannt. Wenn er aber aus Nichtseiendem war und eines von den geschaffenen Wesen, so war er wohl auch einer von den Genossen. Da er ihn aber als ewigen Gott pries mit den Worten: "Dein Thron, o Gott, steht fest in Ewigkeit", und gezeigt hat, daß alles übrige an ihm teilhabe, was anderes muß man denken, als daß er von den gewordenen Dingen verschieden und allein das wahre Wort des Vaters, Abglanz und Weisheit ist, an der alle gewordenen Dinge teilnehmen und von ihm im Geiste geheiligt werden? Hier wird er also gesalbt, nicht um Gott zu werden, — denn er war es auch vordem, — auch nicht, um König zu werden, — denn er war ewig Herrscher und ein Bild Gottes2, wie jener Ausspruch besagt, — sondern auch dies ist wieder für uns geschrieben. Denn die Könige über Israel wurden in dem Augenblick Könige, da sie gesalbt wurden, während sie zuvor keine Könige waren wie David, Ezechias, Josias und die andern. Vom Erlöser aber, der doch schon vorher Gott war und immer die Herrschaft seines Vaters führte und auch den Hl. Geist mitteilte, wird gleichwohl gesagt, daß er jetzt gesalbt werde, damit er, der, wie es heißt, als Mensch mit dem Geist gesalbt [S. 85] wird, uns Menschen wie die Erhöhung und Auferstehung, so auch das Einwohnen des Geistes und dessen Freundschaft erwirke. Das deutet der Herr selbst mit eigenen Worten im Evangelium des Johannes an: "Ich habe sie in die Welt gesandt und heilige mich selbst für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt seien"3. Mit diesen Worten aber zeigte er, daß nicht er selbst es ist, der geheiligt wird, vielmehr der heiligt. Denn nicht von einem andern wird er geheiligt, sondern er heiligt sich selbst, damit auch wir in der Wahrheit geheiligt werden. Der aber sich selbst heiligt, ist der Herr der Heiligung. Wie geschieht nun dies? Und was sagt er anders als: Ich, das Wort des Vaters, gebe mir selbst, Mensch geworden, den Geist und heilige mich selbst, da ich Mensch geworden bin, in ihm, damit von nun an in mir, der Wahrheit, — "denn Dein Wort ist Wahrheit"4, — alle geheiligt werden?

1: Ps. 44,7.8.
2: 2 Kor. 4,4; Kol. 1,15.
3: Joh. 17,19.
4: Joh. 17,17.

 

 

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Einleitung zu den Werken des Athanasius
Einleitung zu den Reden gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger