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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Erste Rede

39.

Er ist also nicht, da er Mensch war, später Gott geworden, sondern da er Gott war, später Mensch geworden, um vielmehr uns zu Göttern zu machen. Denn wenn er damals, als er Mensch geworden ist, Sohn und Gott genannt wurde, vor seiner Menschwerdung aber Gott die alten Völker Söhne nannte und den Moses zu Gott über Pharao setzte und die Schrift von vielen spricht: "Gott stand in der Versammlung der Götter"1, so ist er offenbar erst nach ihnen Sohn und Gott genannt worden. Wie ist nun alles durch ihn2 und er selbst vor allem, oder wie ist er der Erstgeborene der ganzen Schöpfung3, wenn es vor ihm solche gab, die Söhne und Götter genannt wurden? Wie aber haben die ersten Teilnehmer nicht teil am Worte4? Es ist [S. 75] dies nicht der wahre Glaube, sondern eine Erfindung derer, die jetzt judaisieren5. Denn wie können überhaupt einige Gott als Vater erkennen? Eine Annahme an Sohnes Statt kann ja ohne den wahren Sohn gar nicht stattfinden, und er sagt doch selbst: "Niemand kennt den Vater als der Sohn, und wem der Sohn ihn offenbart"6. Und wie hätte auch ohne das Wort und vor ihm eine Vergöttlichung eintreten können, wenn er doch selbst zu den Juden, ihren Brüdern, sagt: "Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging"7? Und wenn alle, die auf Erden und im Himmel Söhne genannt wurden, zu Söhnen und Göttern wurden durch das Wort, der Sohn selbst aber das Wort ist, so sind es offenbar alle durch ihn, er aber ist vor allen, oder vielmehr er allein nur ist wahrer Sohn, und er allein ist wahrer Gott vom wahren Gott, und er empfing dies8 nicht als Lohn für die Tugend noch auch ist er von diesem9 verschieden, sondern er ist es der Substanz nach von Natur. Denn er ist eine Zeugung aus dem Wesen des Vaters, so daß niemand zweifeln kann, daß entsprechend der Unveränderlichkeit des Vaters auch das Wort unveränderlich ist.

1: Ps. 81,1.
2: Joh. 1,3 u. Kol. 1,16.17,
3: Kol. 1,15.
4: Nach Athanasius ist also die Teilnahme am Wort "Vergöttlichung" wie die Vereinigung mit dem Sohn "Adoption". So nahmen die alttestamentlichen Heiligen, wenn sie "Götter" und "Söhne" genannt werden, teil am göttlichen "Wort und Sohn, oder mit andern Worten : sie wurden mit dem Hl. Geiste gesalbt. Dieser Gedanke erhält eine weitere Ausführung in or. IV c. Ar. c. 22.
5: Die judaisierenden Sekten nahmen nicht drei Personen in Gott an, sondern leugneten die Gottheit Christi, so die Ebioniten und die Vertreter des ebionitischen Monarchianismus: die Aloger in Kleinasien, die Theodotianer und Samosatener.
6: Matth. 11,27.
7: Joh 10,35.
8: Nämlich die wahre Sohnschaft und Gottheit.
9: Vom wahren Sohn und Gott.

 

 

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Einleitung zu den Werken des Athanasius
Einleitung zu den Reden gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger