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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Erste Rede

37.

Da sie sich aber mit den göttlichen Aussprüchen hinausreden und diese mit Gewalt nach ihrem eigenen Sinn verdrehen, so muß man ihnen doch soviel entgegnen als nötig ist, um die Aussprüche zu rechtfertigen und deren richtigen Sinn wie anderseits deren falsche Auslegung von ihrer Seite zu beweisen. Sie sagen also, daß beim Apostel geschrieben steht: "Deshalb hat ihn Gott auch erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß im Namen Jesu sich beugen alle Knie derer, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind"1. Und bei David: "Darum hat dich Gott, dein Gott gesalbt mit dem Öl der Freude vor deinen Genossen"2. Daran fügen sie die vermeintlich weise Bemerkung: Wenn er "darum" erhöht wurde und Gnade empfing und er "d a r u m" gesalbt ist, so empfing er einen Lohn für seine Willensentscheidung. Wenn er aber mit Willen handelte, so ist er doch jedenfalls veränderlicher Natur. Dies haben Eusebius3 und Arius nicht bloß zu sagen, sondern auch zu schreiben gewagt, und ihre Anhänger scheuen sich nicht, mitten auf dem Markt es auszusprechen, ohne zu beachten, welchen Wahnsinn ihre Rede enthält. Denn wenn er das, was er empfing, als Lohn für seinen Willensentschluß empfangen hat und es nicht erhalten hätte, wenn er nicht das Werk des Bedürftigen4 vollbracht hätte, so wurde er also, da er wegen seiner Tugend und Vervollkommnung dieses erhielt, deshalb mit Fug und [S. 72] Recht Sohn und Gott genannt, ist aber nicht wahrer Sohn. Denn was der Natur nach aus etwas stammt, ist eine wahre Zeugung, wie es Isaak war für Abraham, Joseph für Jakob, und wie es der Abglanz für die Sonne ist. Die aber, welche bloß auf Grund der Tugend und aus Gnade so genannt werden, besitzen statt der Natur die Gnade vom Empfang und sind von dem, was ihnen geschenkt wurde, verschieden, wie es die Menschen sind, die den Geist auf dem Weg der Anteilnahme empfangen haben, von denen er auch sagte: "Söhne habe ich gezeugt und erhöht, sie aber haben mich verachtet"5. Da sie nicht von Natur Söhne waren, deshalb gingen sie, da sie sich änderten, des Geistes verlustig und sie wurden verleugnet. Wenn sie aber Reue empfinden, wird er sie wieder aufnehmen, ihnen das Licht geben und sie wieder Söhne nennen, er, der Gott, der ihnen auch im Anfang in dieser Weise die Gnade gegeben hat.

1: Phil. 2,9.10.
2: Ps. 44,8.
3: E. von Nikomedien.
4: Nämlich des Sohnes, der ja den Arianern als der Bedürftige galt, wenn er erst im Laufe der Zeit eine Erhöhung und einen Gnadenzuwachs erfuhr.
5: Is. 1,2.

 

 

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Einleitung zu den Werken des Athanasius
Einleitung zu den Reden gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger