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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Erste Rede

27.

Wenn sie also an Eltern bezüglich ihrer Kinder Fragen stellten und erkannten, daß die natürlichen Kinder nicht von außen, sondern von den Eltern stammen, so sollen sie auch vom Worte Gottes zugeben, daß es durchaus vom Vater kommt. Und wenn sie sich über die Zeit aufhalten, so sollen sie sagen, inwiefern sie für Gott ein Hindernis sei. Denn man muß sie mit ihren höhnischen Fragen der Gottlosigkeit überführen. Sie sollen also sagen, was Gott hindert, immer der Vater des Sohnes zu sein. Denn daß das Erzeugte vom Vater stammt, ist zugestanden. Damit aber überhaupt die, welche etwas Derartiges von Gott denken, sich selbst das Urteil sprechen, so sollen sie, wie sie die Frauen betreffs der Zeiten fragten, so die Sonne nach ihrem Abglanz und die Quelle nach ihrem Ausfluß fragen, damit sie erfahren, daß diese, wenngleich Zeugungen, doch immer auch mit denen existieren, von denen sie auch stammen. Wenn aber solche Erzeuger ihre Kinder von Natur und immer haben, warum tragen sie, wenn sie Gott für geringer halten als die geschaffenen Wesen1, ihre Gottlosigkeit nicht offener zur Schau? Wenn sie sich aber nicht getrauen, offen so zu sprechen, aber [S. 58] zugegeben wird, daß der Sohn nicht von außen stammt, sondern eine natürliche Zeugung aus dem Vater ist, und auch gar kein Hemmnis für Gott besteht, — denn nicht wie ein Mensch ist Gott, sondern er ist sogar mehr als die Sonne oder vielmehr Gott der Sonne, — so stammt offenbar aus ihm das Wort und existiert mit dem Vater, durch das der Vater alles Nichtseiende ins Dasein gerufen hat. Daß also der Sohn nicht aus dem Nichtseienden, sondern ewig und aus dem Vater ist, und daß die Frage der Häretiker an die Eltern ihre boshafte Gesinnung verrät, das zeigt die Sache selbst. Denn sie erkannten das natürliche Verhältnis und mußten sich nun auch noch ob ihrer Fragen bezüglich der Zeit schämen.

1: Eben weil sie eine naturhafte Vereinigung des Sohnes mit dem erzeugenden Vater leugnen und ihm den immerwährenden Besitz seines Sohnes abstreiten, während sie dies den geschaffenen Erzeugern zuerkennen.

 

 

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Einleitung zu den Werken des Athanasius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger