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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Erste Rede

22.

Wer also danach forscht, warum der Sohn nicht zeugungsfähig sei, möge nachforschen, warum der Vater keinen Vater hatte. Aber beides ist ungereimt und jeglicher Gottlosigkeit voll. Denn wie der Vater immer Vater ist und nie Sohn werden kann, so ist auch der Sohn immer Sohn und kann niemals Vater werden. Denn gerade darin zeigt sich noch mehr, daß er Abriß [S. 50] und Bild des Vaters ist und bleibt, was er ist, und sich nicht ändert, sondern vom Vater die Unveränderlichkeit [seines Wesens] hat. Wenn nun der Vater sich ändert, so mag auch das Bild sich ändern. Denn in diesem Verhältnis steht zum Erzeuger sein Bild und Abglanz. Wenn aber der Vater unveränderlich ist und, was er ist, bleibt, so bleibt notwendig auch das Bild, was es ist, und wird sich nicht verändern. Er ist aber Sohn aus dem Vater. Er wird also nicht etwas anderes werden, als was der Wesenheit des Vaters eigen ist. Vergebens also sannen die Unverständigen auch dies aus, sie, die vom Vater das Bild loslösen wollten, um den Sohn der Kreatur gleichzustellen. Indem nun die Anhänger des Arius nach der Lehre des Eusebius ihn in die Reihe des erschaffenen Wesen stellten und ihn dem gleichgeartet erachteten, was durch ihn entsteht, so weichen sie von der Wahrheit ab, und indem sie sich trügerische Sprüchlein1 schmiedeten, gingen sie im Anfang, als sie diese Häresie schufen, überall herum, und noch bis zur Stunde treffen einige von ihnen mit Kindern auf dem Markte zusammen und fragen sie natürlich entfernt nicht nach der Schrift, sondern sie reden gleichsam "aus dem Überfluß ihres Herzens"2: "Hat der Seiende den Nichtseienden aus dem Seienden gemacht oder den Seienden? Hat er ihn also als einen Seienden gemacht oder als einen Nichtseienden?" Und wiederum: "Ist das Ungewordene Eins oder sind es zwei?" Ferner: "Ist er selbstmächtig und ändert er sich, obwohl veränderlicher Natur, aus eigenem Entschlusse nicht? Denn nicht ist er wie ein Stein, der von sich aus unbeweglich bleibt". Dann wenden sie sich auch an die Weiblein und belästigen sie mit ihren unziemlichen Reden: "Hattest du einen Sohn, bevor du gebarest? So wie du keinen Sohn hattest, war auch der Sohn Gottes nicht, bevor er geboren wurde". Mit solchen Phrasen scherzen und tanzen die Ehrlosen und machen Gott den Menschen gleich. Und sie, die sich Christen nennen, vertauschen die Herrlichkeit [S. 51] Gottes mit der Ähnlichkeit eines Bildes von einem vergänglichen Menschen3.

1: Kurz hernach werden solche genannt.
2: Luk. 6, 45.
3: Röm. 1. 23.

 

 

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Einleitung zu den Werken des Athanasius
Einleitung zu den Reden gegen die Arianer
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger