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Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)
Erste Rede

18.

Es verhält sich aber nicht so; ferne sei es! Die Dreiheit ist nicht geworden, sondern eine ewige und einzige [S. 44] Gottheit ist in der Dreiheit, und nur Eine Herrlichkeit der hl. Dreiheit gibt es. Und ihr erkühnt euch, sie in verschiedene Naturen zu spalten. Während der Vater ewig ist, sagt ihr von dem, der neben ihm sitzt, vom Wort, daß einmal war, da es nicht war, und während der Sohn neben dem Vater sitzt, nehmt ihr euch den Mut, ihn vom Vater zu trennen. Die Dreiheit ist bildend und schaffend tätig, und ihr nehmt keinen Anstand, sie zu den Dingen aus dem Nichts herabzuwürdigen; ihr schämt euch nicht, den Sklavenstand dem Adel der Dreiheit gleichzusetzen und den König, den Herrn der Heerscharen, den Untertanen an die Seite zu stellen. Laßt ab, das Unvereinbare zu vermengen und gar das Nichtseiende mit dem Seienden! Mit solchen Reden könnt ihr dem Herrn nicht Ehre und Ruhm, sondern nur Unehre und Schmach antun. Denn, wer den Sohn entehrt, entehrt den Vater. Wenn nämlich jetzt in der Dreiheit die Gotteserkenntnis vollkommen ist, und da die einzig wahre Gottesverehrung ist, wo die Schönheit und die Wahrheit ist, so müßte dies immer so sein, damit nicht die Schönheit und Wahrheit als Zugabe und die Vollendung der Gotteserkenntnis als erst durch Zuwachs eingetreten erscheine. Es mußte dies also von Ewigkeit her so sein. Wenn es aber nicht von Ewigkeit her so war, so könnte die Gottesverehrung auch jetzt nicht so sein, sondern so, wie ihr sie für den Anfang voraussetzt, so daß auch jetzt keine Dreiheit wäre. Doch kein Christ kann solche Häretiker ertragen. Heiden freilich ist dies eigen, daß sie eine gewordene Dreiheit annehmen und sie mit geschaffenen Dingen vermengen. Die gewordenen Dinge nämlich sind einer Ab- und Zunahme fähig. Der Christen Glaube aber kennt nur eine unveränderliche, vollkommene und immer sich gleichbleibende selige Dreiheit und setzt dieser weder ein Mehr hinzu, noch auch nimmt er an, daß sie jemals mangelhaft gewesen sei; beides nämlich ist gottlos. Deshalb erkennt er auch, daß sie sich mit den gewordenen Dingen nicht vermischt habe, und betet die untrennbare Einheit ihrer Gottheit an, an der er festhält, flieht die Lästerungen der Arianer und bekennt und weiß, daß der Sohn ewig ist. Denn er ist ewig wie der Vater, dessen [S. 45] ewiges Wort er auch ist. Denn auch dies wollen wir wieder näher ins Auge fassen.

 

 

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Einleitung zu den Werken des Athanasius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger