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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Elftes Buch

18. Von Christus als dem Menschen gilt das Wort: Er hat dich gesalbt.

Kurze oder lange Zeiträume verursachen aber keine Verschiedenheit für den Geist, so daß nicht einer und derselbe als Christus im Körper sein könnte, der dem Geist nach in den Propheten wohnte. „Gesalbt hat dich Gott, dein Gott, mit dem Öl der Freude vor deinen Gefährten.”1 Wenn er so nämlich durch den Mund des heiligen Patriarchen David sprach, dann hat er gemäß keinem anderen Geheimnis als gemäß der Fügung der Leibesannahme gesprochen. Denn wer jetzt den Brüdern versicherte, ihr Vater sei sein Vater und ihr Gott sei sein Gott,2 der sprach dann auch davon, er sei von Gott mit Vorzug vor seinen Gefährten gesalbt worden; wer dem eingeborenen Christus als dem Gott-Wort kein Gefährte ist, der sollte dennoch auf Grund der Fleischesannahme als sein Gefährte erkannt werden. Denn jene Salbung war keine Förderung für jene selige und unvergängliche und in Gottes Wesen verbleibende Geburt, sondern für das Geheimnis des Körpers und für die Heiligung des angenommenen Menschen. Der Apostel Petrus bezeugt es mit seinem Wort: „Zusammen kamen sie nämlich in jener Stadt gegen deinen heiligen Sohn Jesus, den du gesalbt hast.”3 Und wiederum: „Ihr wißt, daß in ganz Judäa das Wort verkündet wurde, angefangen von Galiläa nach der Taufe, die Johannes [S. 249] verkündet hat, von Jesus aus Nazareth, wie Gott ihn mit dem Heiligen Geist und mit Kraft gesalbt hat.”4 Jesus wird also für das Geheimnis des wiedergeborenen Fleisches gesalbt. Wie er mit dem Geist Gottes und mit Kraft gesalbt worden ist, darüber besteht kein Zweifel, zumal man bei seinem Heraufsteigen aus dem Jordan die Stimme des Vaters vernahm: „Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt;”5 durch dieses Zeugnis zugunsten seines geheiligten Leibes sollte die geistliche Salbung der Kraft erkannt werden.

1: Ps. 44, 8 [hebr. Ps. 45, 8].
2: Joh. 20, 17.
3: Apg. 4, 27.
4: Apg. 10, 37 f.
5: Ps. 2, 7 [hebr. Ps. 2, 7].

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger