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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Achtes Buch

41. Fortsetzung.

Ein Glaube ist es also, den Vater in dem Sohn und den Sohn im Vater vermöge einer untrennbaren Wesenseinheit zu bekennen, die nicht verworren, wohl unzerteilt ist; nicht vermischt, wohl aber nicht-unterschieden; nicht [äußerlich] aneinander haftend, wohl aber [als Ganzheit] bestehend; nicht unvollendet, wohl aber vollkommen. Eine Geburt gibt es nämlich, nicht eine Teilung; einen Sohn gibt es, nicht eine Kindschaftsannahme; und Gott ist er, nicht Geschöpf. Er ist auch nicht ein andersartiger Gott, sondern Vater und Sohn sind eins. Denn durch den Vorgang der Geburt ist nicht ein neues Wesen entstanden, so daß es der Eigentümlichkeit seines Ursprunges entfremdet sei.

Diesen Glauben hält also der Apostel fest, daß im Vater der Sohn und im Sohn der Vater sein dauerndes Dasein habe; lehrt er doch, daß es für ihn nur einen Gott-Vater und einen Herrn Christus gebe, da in dem Herrn Christus auch Gott sei und in Gott-Vater auch der Herr; daß ferner wegen der Göttlichkeit beide eins seien und daß wegen des Herrseins beide eins seien, weil es eine Unvollkommenheit für Gott bedeuten würde, nicht auch Herr zu sein, und eine Unvollkommenheit für den Herrn, nicht auch Gott zu sein.

Weil so also beide einer sind und einer in jedem [von ihnen] bezeichnet wird und weil keiner ohne den anderen ist, so geht also der Apostel mit seiner Lehre über die Verkündigung des Evangeliums nicht hinaus; und der Christus, der in Paulus spricht, unterscheidet sich in [dem Inhalt] seiner Lehre nicht von dem, was er in seiner Körperlichkeit während seines Daseins in der Welt gesprochen hat.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger