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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Achtes Buch

5. Die Einheit von Vater und Sohn als Einheit des Willens, nach den Arianern.

Weil also die Irrlehrer dies nicht abstreiten können, da es ja so eindeutig gesagt und verstanden wird, so versuchen sie doch durch die völlig törichte Lügenlehre ihres Unglaubens dasjenige zu verderben, was nun einmal abgestritten werden soll. Denn sein Wort: „Ich und der Vater sind eins”1 versuchen sie auf das Zusammenstimmen einer Gleichgesinntheit zu beziehen; daß also in ihnen die Einheit des Wollens bestehe, nicht des Wesens, d. h., daß sie nicht durch das, was sie sind, sondern durch ihr gleichgerichtetes Wollen eines sind.

Auch jenes Wort in der Apostelgeschichte machen sie ihrer Verteidigung zunutze: „Die Menge der Gläubigen hatte aber ein Herz und eine Seele;”2 daß (nämlich) die Verschiedenheit der Seelen und Herzen durch das Zusammenstimmen desselben Wollens als Einheit in einem Herzen und in einer Seele bestehe.

Oder jenes Wort an die Korinther: „Wer aber pflanzt und wer begießt, die sind eines;”3 daß also die Einheit des Wollens in beiden sei, weil ihr Wirken zugunsten des Heiles (der Menschen) und zur Förderung auf eben dieses Geheimnis hin nicht voneinander verschieden sei.

Oder jenes Wort, als der Herr das Heil derjenigen Völker vom Vater erbat, die an ihn (den Sohn) glauben würden: „Nicht nur für diese bitte ich aber, sondern auch für diejenigen, die durch ihr4 Wort an mich glauben werden, damit alle eines sind in dir, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, damit auch sie in uns seien.”5 Weil die Menschen sich nicht in Gott zu ergießen [S. 15] vermögen und auch nicht in ein einziges und unterschiedsloses Gebilde zusammengehen können, so soll ihr Eins-sein also in der Einheit des Wollens bestehen, da alle einerseits das Gott-wohlgefällige tun, und sie anderseits durch den Gleichklang ihrer Herzensregungen zusammenstimmen; da so also nicht ihr Wesen, sondern ihr Wollen das Eins-sein bewirke.

1: Joh. 10, 30.
2: Apg. 4, 32.
3: 1 Kor. 3, 8.
4: Apostel.
5: Joh. 17, 20 f.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger