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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Achtes Buch

4. Belegstellen aus dem Johannesevangelium.

Wir aber haben den Glauben der Evangelien und Apostel in geistlicher Lehre überkommen; wir erstreben durch das Bekenntnis des Vaters und des Sohnes die Hoffnung auf die ewige Seligkeit. Wir haben aus dem Gesetz das Geheimnis von Gott und Gott nachgewiesen; wir sind über den Glauben an einen Gott nicht hinausgegangen, verwerfen auch nicht die Gottheit Christi. Auf Grund der Evangelien haben wir für unsere Erwiderung diesen Plan uns zu eigen gemacht: daß wir die wahre Geburt des eingeborenen Gottes aus Gott dem Vater lehrten, weil er dadurch einerseits wahrer Gott [S. 13] und anderseits von dem Wesen des einen wahren Gottes nicht verschieden sei, und er so als Gott weder geleugnet noch ein anderer Gott genannt werden könne, weil die Geburt eine Gottheit herausstelle und weil das ihm aus Gott überkommene Wesen des einen Gottes ihn nicht als anderen (zweiten) Gott abtrenne.

Wenn auch der allgemeine Sinn der Deutung uns dazu veranlaßte, daß nicht in dem gleichen Wesen die Namen (verschiedener) Wesen zusammenträfen und daß diejenigen nicht eines seien, denen ihr Wesen artverschieden ist: so haben wir doch den Entschluß gefaßt, dieses durch die eigenen Bekundungen unseres Herrn aufzuzeigen. Er hatte oft den einen Gott unseres Glaubens und unserer Hoffnung gelehrt. Um auch nach dem Bekenntnis und Beweis seiner Gottheit das Geheimnis des einen Gottes zu bekräftigen, hat er gesagt: „Ich und der Vater sind eins;” und: „Wenn ihr mich kennt, kennt ihr auch meinen Vater;” und: „Wer mich gesehen hat, der hat auch meinen Vater gesehen;” und: „Der Vater, der in mir bleibt, tut seine Werke;” und: „Glaubt mir, daß der Vater in mir ist und ich im Vater bin; wenn aber nicht, glaubt wenigstens wegen meiner Werke.”1 Seiner Geburt hat er in dem Namen „Vater” Ausdruck gegeben; die Erkenntnis des Vaters lehrt er in der Erkenntnis seiner selbst. Die Einheit des Wesens bekennt er, wenn man den Vater dadurch sieht, daß man ihn sieht. Seine Untrennbarkeit vom Vater bezeugt er dadurch, daß er im Vater bleibt, der wiederum in ihm bleibt. Bewußtes Selbstvertrauen hat er, wenn er für diese Worte Glauben fordert, und zwar auf Grund der Betätigung seiner Macht. In diesem überaus beseligenden Glauben an die vollkommene Geburt ist alle Falschlehre ausgetilgt, sowohl die der zwei Götter als die an einen vereinzelten Gott, da jetzt nicht einer ist, die eines sind; und weil derjenige, der nicht der eine (Vater) ist,(also Christus,) sich von dem, der es ist, nicht in irgendeiner [S. 14] Hinsicht so unterscheidet, daß die beiden nicht eines sind.

1: Joh. 10, 30; 14, 7. 9―12.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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