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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Achtes Buch

2. Rückblick. Ausblick.

Das war mir aber der Anlaß, jetzt diese Meinung des Apostels anzuführen, weil man uns den Zwang zum Widerspruch auferlegt: Menschen, in ihrem Geiste verkehrt, in ihrer Lehre trügerisch, in ihrer Hoffnung eitel, in ihren Worten schlangengleich, da sie todbringende Lehren und krankhafte Deutungen und verdorbenen Willen den einfältigen Hörern unter dem Schein des Glaubens einträufeln. Sie lassen die Lauterkeit der apostolischen Lehre beiseite und erstreben bei ihnen (den Hörern) dieses Ziel, daß der Vater nicht Vater sei, der Sohn nicht Sohn, Gott nicht Gott, Glaube nicht Glaube.

In dem Bemühen, ihren wahnwitzigen Lügen zu widerstehen, haben wir die Darlegungen unserer Erwiderung bis dahin geführt, daß wir zuerst aus dem Gesetz bewiesen haben, daß es Gott und Gott1 gebe, wahren Gott [S. 10] im wahren Gott;2 daß wir dann die vollkommene und wahre Geburt des eingeborenen Gottes auf Grund der evangelischen und apostolischen Lehren zeigten;3 daß wir zuletzt in demselben Aufbau unserer Lehre darlegten, daß Gottes Sohn wahrer Gott und gleichen Wesens mit dem Vater sei;4 daß also der Glaube der Kirche weder einen vereinzelten Gott noch zwei Götter bekenne, da ja die Geburt Gottes weder einen vereinzelten Gott dulde, noch auch die vollkommene Geburt die Namen (zweier) verschiedener Wesens-arten in zwei Göttern zulasse.

Zweifach ist aber unsere Sorge bei der Widerlegung ihrer Lügenlehren. Zunächst dieses, daß unsere Lehre das Heilige und Vollkommene und Gesunde vorbringe; daß unsere Darstellung nicht durch irgendwelche Abschweifungen und Weitschweifigkeiten abirre, nicht aus abwegigen und irrigen Schleichgängen sich emporwage und die Wahrheit eher suche als zeige. Dann auch, alles dasjenige als lächerlich und läppisch offen darzulegen, was von jenen durch die Spitzfindigkeiten der leeren und trügerischen Meinungen mit dem Schein schmeichelnder Wahrheit angetan wird. Denn es genügt uns nicht, nur das Rechtgläubige gelehrt zu haben, wenn es nicht dadurch als ganz rechtgläubig erkannt wird, daß das Widergläubige widerlegt wird.

1: Buch IV.
2: Buch V.
3: Buch VI.
4: Buch VII.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger