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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Siebtes Buch

1. Größere Wichtigkeit dieses Buches als der früheren. Gründe für die Abfassung. Scharfsinn der Irrlehrer.

[S. 329] Nun wird dieses siebente Buch gegen die unsinnige Verwegenheit der neuen Irrlehre geschrieben, der Zahl nach später als die anderen vorangehenden; aber zur Erkenntnis des Geheimnisses vollkommenen Glaubens ist es das vorzüglichste oder auch bedeutsamste. Wir wissen sehr wohl, was für einen schwierigen und steilen Weg der Lehre der Evangelien wir damit ersteigen.

Obwohl uns davon die Besorgnis um unsere Schwachheit zurückhält, deren wir uns wohl bewußt sind, so vermögen wir doch nicht zu verschweigen, worüber wir nicht zu sprechen wagen, aus glühender Hingabe für den Glauben, aus Sorge wegen des Wütens der Irrlehrer, aus Bestürzung über die Gefahr der Unkundigen; bedrückt sind wir von der Furcht vor diesen beiden Gefahren: daß unser Schweigen oder aber unser Lehren der arg bedrängten Wahrheit uns zur Schuld werde. Denn mit unglaublichen Schlichen ihres verderbten Geistes hat sich die Schlauheit der Irrlehrer rings breitgemacht: um zunächst Gläubigkeit vorzutäuschen, um dann die Sicherheit aller schlichten Zuhörer mit ihren Worten zu täuschen; um dann fernerhin der Weisheit der Welt sich anzugleichen; um dann endlich die Erkenntnis der Wahrheit durch das Vorbringen eines Scheingrundes unmöglich zu machen. Denn indem sie mit gewollter Betonung die Einheit Gottes verkündet, hat sie gläubigen [S. 330] Sinn vorgetäuscht; indem sie weiterhin einen Sohn Gottes lehrt, hat sie die Hörer mit Hilfe des Namens in die Irre geführt; indem sie sein Dasein vor seiner Geburt leugnet, hat sie der Weltweisheit zu Gefallen gehandelt; indem sie die Unveränderlichkeit und Unkörperlichkeit Gottes lehrte, hat sie durch das Vorweisen eines heimtückischen Grundes die Geburt Gottes aus Gott unmöglich gemacht. Unsere Lehren wendet sie gegen uns, mit dem Glauben der Kirche kämpft sie gegen den Glauben der Kirche; eine ganz schwere Gefahr hat sie gegen uns heraufbeschworen: entweder zu erwidern oder zu schweigen, indem sie gerade durch die nicht geleugneten Lehren das Geleugnete lehrt.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger