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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Siebtes Buch

27. Der Sohn ist im Vater, und umgekehrt. Was in Gott ist, ist eins. Der Sohn ist Leben vom Leben und darum nicht aus Nichts.

[S. 368] Indem er also die Werke des Vaters tat und forderte, daß man wenigstens seinen Werken Glauben schenke, wenn man ihm keinen Glauben schenkte, mußte er zeigen, in welcher Hinsicht man den Werken Glauben schenken solle, nämlich in folgendem: „Wenn ich sie aber tue und ihr mir nicht glauben wollt, so glaubt meinen Werken, damit ihr wisset und erkennet, daß der Vater in mir ist und ich im Vater bin.”1 Das bedeutet aber: „Ich bin Gottes Sohn”; das bedeutet: „Ich und der Vater sind eins.”

Das ist das Wesen der Geburt; dies das Geheimnis des heilwirkenden Glaubens, nicht (diejenigen) zu trennen, die eines sind; nicht der Geburt ihr Wesen zu nehmen und die Tatsächlichkeit des lebendigen Gottes zu bekennen, der aus dem lebendigen Gott stammt. Denn nicht aus Teilen und leblosen Dingen besteht der Gott, der das Leben ist; noch auch wird aus schwachen Stücken zusammengeschlossen, wer die Kraft ist; noch auch wird aus Dunkel hergestellt, wer das Licht ist; noch auch kann aus art-verschiedenen Wesen gebildet werden, wer Geist ist. Alles, was in ihm ist, ist eins, so daß, was Geist ist, auch Licht und Kraft und Leben ist; und was das Leben ist, auch Licht und Kraft und Geist ist. Denn wer gesagt hat: „Ich bin und ändere mich nicht”,2 der ändert sich nicht von Teil zu Teil, noch wird er art-verschieden. Denn alles, was vorher bezeichnet wurde, ist nicht zu Teilen in ihm, sondern dieses Ganze ist in ihm eins und vollkommen; alles ist der lebende Gott.

Es gibt also einen lebendigen Gott, und er ist die ewige Macht des lebenden Wesens; und was aus ihm mit dem Geheimnis des Selbstwissens geboren wird, das konnte nicht anders denn als lebend geboren werden. Wenn er nämlich sagt: „Wie mich der lebende Vater [S. 369] gesandt hat, lebe auch ich durch den Vater,”3 so hat er damit gelehrt, daß um des lebenden Vaters willen das Leben in ihm sei. Wenn er ferner sagt: „Wie nämlich der Vater das Leben in sich hat, so gab er auch dem Sohn, das Leben in sich zu haben,”4 so hat er damit bezeugt, daß sein ganzes Leben aus dem Lebenden stamme. Was aber als Leben aus Leben geboren wird, hat das Neuwerden der Geburt ohne neu-artiges Wesen. Denn es ist nicht etwas Neu-artiges, was aus dem Lebenden zum Leben geboren wird, weil für die Geburt das Leben nicht aus dem Nichts hergeholt ist, und weil das Leben, das seine Geburt aus dem Lebenden überkommt, sowohl im Lebenden leben als auch lebendiges Leben in sich haben muß, (und zwar) wegen der Einheit des Wesens und wegen des vollkommenen und unaussprechlichen Geheimnisses der Geburt.

1: Joh. 10, 38.
2: Malach. 3, 6.
3: Joh. 6, 58.
4: Joh. 5, 26.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger