Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Siebtes Buch

2. Die geheime Absicht ihres Briefes. Art der Entgegnung des Hilarius. Nachweis der wahren Sohnschaft im vorigen Buch, der wahren Gottheit in diesem.

Wir entsinnen uns also, in den vorigen Büchern unsere Leser daran erinnert zu haben, daß sie bei der gründlichen Behandlung der gesamten Schmählehre daran dächten, daß die Bemühung nur darum gehe, daß man weder an die Gottessohnschaft noch an die Göttlichkeit unseres Herrn Jesus Christus glauben solle, indem man ihm nur sozusagen angenommene Namen zugestand und sein Wesen als Sohn und Gott leugnete; da man nämlich die Unveränderlichkeit und Unkörperlichkeit Gottes ― die ihm ja auch wirklich zukommt ― nur deswegen so heraushob, damit nicht der Sohn aus Gott geboren sei; da Gottvater nur deswegen im Bekenntnis als ein Gott galt, damit nicht Christus nach unserem Glauben Gott sei; weil das unkörperliche Wesen die Erkenntnis einer Geburt nicht zulasse und damit das Bekenntnis zu dem einen Gott unseren Glauben an die Geburt Gottes aus Gott auflöse.

[S. 331] Aber schon in den vorhergehenden Büchern haben wir auf Grund des Gesetzes und der Propheten nachgewiesen, daß diese ihre Lehre trügerisch und nutzlos sei; und dabei haben wir diese Form der Erwiderung gewählt, die Gott (als) aus Gott (geboren) lehrte und den einen und wahren Gott bekannte, die aber nicht in der Lehre von der Einheit des einen wahren Gottes Mangel1 litt noch auch bis zum Glauben eines zweiten Gottes entartete; denn in unserer Lehre ist Gott weder ein nur einziger, noch auch gibt es deren zwei.

Eben damit, daß man die Einheit weder abstritt noch übertrieb, wurde die Unversehrtheit des Glaubens bewahrt, indem die Einheit auf beide bezogen wird und die beiden nicht nur-einer sind. Um also dieses unauflösliche Geheimnis des vollkommenen Glaubens durch die Lehren der Evangelien und Apostel endgültig sicherzustellen, war vorerst nichts anderes unsere Pflicht als dieses, es zur innersten Erkenntnis der Hörer werden zu lassen, daß der Sohn ein selbständiges Wesen vermöge einer Geburt im eigentlichen Wortsinn sei; und es ferner offenkundig zu machen, daß er nicht von anderswoher oder aus dem Nichts heraus, sondern von Gott her Sohn sei. Weil es aber nach den Darlegungen des vorigen Buches nicht mehr zweifelhaft sein kann, daß die Bezeichnung „Kindschafts-annahme” ein Ende nehme und er wahrer Sohn auf Grund einer wirklichen Geburt sei, so bringen wir jetzt auf Grund der Evangelien auch dieses zur Darstellung, daß er auch als wahrer Gott erkannt werde, da er wahrer Sohn ist; denn er wird nicht wahrer Sohn sein, wenn er nicht auch wahrer Gott ist; noch auch wahrer Gott, wenn er nicht auch wahrer Sohn ist.

1: sofern dann der Sohn nicht Gott sein kann.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
Bilder Vorlage

Navigation
. Erstes Buch
. Zweites Buch
. Drittes Buch
. Viertes Buch
. Fünftes Buch
. Sechstes Buch
. Siebtes Buch
. . 1. Größere Wichtigkeit ...
. . 2. Die geheime Absicht ...
. . 3. Wer die eine Irrlehre ...
. . 4. Die Wucht der Wahrheit. ...
. . 5. Der Irrtum des Sabe...
. . 6. Sabellius und Arius ...
. . 7. Die Zwietracht des ...
. . 8. Bisheriges Ergebnis. ...
. . 9. Wege zur Erkenntnis ...
. . 10. Gott als Beiname ...
. . 11. Der Grund für ...
. . 12. Thomas bekennt ...
. . 13. Der Vater und der ...
. . 14. Der Sohn hat wegen ...
. . 15. Derjenige ist in W...
. . 16. Des Sohnes Lehre ...
. . 17. Auf die Anklage ...
. . 18. Wenn er immer das ...
. . 19. Die Darlegung der ...
. . Mehr
. Achtes Buch
. Neuntes Buch
. Zehntes Buch
. Elftes Buch
. Zwölftes Buch

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger