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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Sechstes Buch

40. Der eingeborene Sohn ist für Johannes nicht ein hochstehendes Geschöpf.

Ich frage noch nicht nach der Bedeutung des Ausdrucks: „der im Schoß des Vaters ist”;1 diese Frage hat ihren gehörigen Ort;2 ich frage, welche Auslegung die Bezeichnung als Eingeborener fordert. Wir wollen zusehen, ob es das ist, was du als wirklich behauptest, nämlich ein vollkommenes Geschöpf Gottes; so daß „vollkommen” sich auf „Eingeborener” beziehe, und „Geschöpf” entsprechend auf „Sohn”.

Johannes hat aber den eingeborenen Sohn Gott genannt und nicht ein vollkommenes Geschöpf. Diese lästerlichen Namen hat er sehr wohl gekannt, wenn er sagte: „der im Schoß des Vaters ist”; und wenn er von seinem Herrn hörte: „So hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaube, nicht verlorengehe, sondern das ewige Leben habe.”3 Gott hat die Welt geliebt; und das hat er als Zeugnis seiner Liebe zu ihr hingestellt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingab. Wenn der Glaube an die [S. 315] Liebe darauf beruht, den Geschöpfen ein Geschöpf gegeben zu haben; für die Welt hingegeben zu haben, was doch schon der Welt angehörte; und zur Erlösung dessen, das aus dem Nichts heraus gegründet war, denjenigen darzubieten, der auch vom Nichts her sein Dasein empfangen hat: dann bewirkt das leichte und nichtssagende Hinopfern keinen verdienstreichen Glauben.

Kostbar aber ist, was selbstlose Liebe weckt und fordert, und Hochwertiges findet seinen Maßstab nur an Hochwertigem. Gott liebte die Welt und gab nicht einen angenommenen, sondern seinen, seinen eingeborenen Sohn hin. Darin beruht seine Eigentümlichkeit, seine Geburt, seine Wahrheit: es ist keine Schöpfung, es ist keine Kindschafts-annahme, es ist keine Falschheit. Daher hat der Glaube an die Liebe und Gegenliebe ihren Ursprung, daß er nämlich zum Heil der Welt seinen eigenen Sohn, und zwar den eingeborenen, hingegeben hat.

1: Joh. 1, 18.
2: Hilarius behandelt sie aber nicht mehr.
3: Joh. 3, 16.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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