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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Sechstes Buch

37. Vorzug des Glaubens des Petrus.

Dieser Glaube ist die Grundfeste der Kirche; um dieses Glaubens willen sind schwach gegen ihn die Tore der Unterwelt.1 Dieser Glaube hat die Schlüssel zum [S. 311] Himmelreich. Was dieser Glaube auf Erden gelöst oder gebunden hat, ist auch im Himmel gebunden und gelöst.2 Dieser Glaube ist das Geschenk der Offenbarung des Vaters, (nämlich) Christus nicht als ein aus dem Nichts hervorgebrachtes Geschöpf lügnerisch zu bezeichnen, sondern ihn nach der Eigentümlichkeit des Wesens als Sohn Gottes zu bekennen.

Du elender Wahn kläglicher Torheit, du erkennst nicht den Zeugen seligen Alters und Glaubens, den Zeugen Petrus, für den der Vater gebeten wurde, daß sein (des Petrus) Glaube in der Versuchung nicht erlahme,3 der schon zweimal das von ihm geforderte Bekenntnis der Gottesliebe gegeben hatte, der mit stillem Seufzer darunter litt, daß er fast als unzuverlässig und unsicher durch eine dritte Frage geprüft wurde;4 der deswegen auch das Verdienst erwarb, nach der dritten Prüfung zur Läuterung seiner Schwachheiten5 vom Herrn dreimal zu vernehmen: „Weide meine Schafe”; der unter dem Schweigen aller Apostel durch des Vaters Offenbarung den Sohn Gottes erkannte, über das Maß menschlicher Schwachheit hinaus, und durch das Bekenntnis des glückseligen Glaubens sich überragenden, berechtigten Ruhm erwarb!

In welche notwendige Auslegung seines Wortes werden wir jetzt geführt? Jener hat Christus als den Sohn Gottes bekannt; und da willst du, lügnerisches Priestertum einer neuen Sendung, heutzutage mir Christus als Geschöpf aus dem Nichts lehren! Was für Gewalt tust du den herrlichen Worten an? Den Sohn Gottes hat er bekannt, und deswegen ist er selig. Das ist die Offenbarung des Vaters, das die Grundfeste der Kirche, das die sichere Gewähr der Ewigkeit. Deswegen hat er die Schlüssel des Himmelreiches, deswegen sind seine irdischen Urteilssprüche zugleich auch himmlische. Ein Geheimnis, von Urzeiten her verborgen,6 hat er durch [S. 312] Offenbarung kennengelernt; als Glauben hat er es ausgesprochen, das wahre Wesen hat er verkündet, den Sohn Gottes hat er durch sein Bekenntnis gelehrt.

Wer das leugnet, indem er vielmehr eine Geschöpflichkeit (des Gottessohnes) behauptet, der muß zuvor die Sendung des Petrus, seinen Glauben, seine Seligpreisung, sein Priestertum, seinen Bekennertod leugnen; und dann mag er wissen, fern von Christus zu sein; denn Petrus hat das alles durch sein Verdienst erworben, indem er ihn als Sohn bekannte.

1: Vgl. Matth. 16, 18.
2: Matth. 16, 19.
3: Vgl. Luk. 22, 32.
4: Joh. 21, 17.
5: bei der dreimaligen Verleugnung, Mark. 14, 72.
6: Eph. 3, 9.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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