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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Sechstes Buch

4. Wie heimtückisch sie ihr Gift verspritzt.

Sie leugnet, die wahnwitzige Irrlehre leugnet das Geheimnis des wahren Glaubens; und zur Verkündigung ihrer falschen Lehre mißbraucht sie die grundlegenden Sätze des Glaubens, da sie nach der Darlegung der vorhergehenden Bücher die Erläuterung ihres Falschglaubens so beginnt: „Wir kennen einen Gott, allein unerschaffen, allein ewig, allein anfangslos, allein wahr, allein im Besitz der Unsterblichkeit, allein all-gut, allein mächtig.” Denn darauf zielt der angemaßte Anfang des rechtgläubigen Bekenntnisses ab, worin es heißt: „Einen Gott, allein ungeworden und allein anfangslos”, um dann an dasjenige, was in rechtgläubiger Weise aufdringlich vorgebracht wurde, das Folgende in falschgläubiger Weise anzuschließen. Denn nach vielem anderen, was sie über den Sohn mit gleicher Lehre geheuchelter Rechtgläubigkeit vorgebracht hatte, fügte sie hinzu: „vollkommenes Geschöpf Gottes, aber nicht wie eines von den (übrigen) Geschöpfen; Gebilde, aber nicht wie die übrigen Gebilde”. Und nach vielem anderen flicht sie (einzelne) wahre Lehren ein und sucht dadurch die Absicht der irrlehrerischen [S. 266] Falschgläubigkeit zu verdunkeln, um mit Überscharfsinn geistreicher Auslegung die Behauptung zu verteidigen, er habe sein Dasein aus dem Nicht-sein (gewonnen). Sie sagt nämlich: „Vor den Zeiten geschaffen und gebildet, war er nicht, ehedem er geboren wurde.” Und als ob sozusagen alle Grundlagen schon fast als gesichert gälten, um den Falschglauben auf das wirksamste zu verteidigen, fügte sie zuletzt hinzu, damit er nicht als Sohn oder als Gott erkannt werde: „denn wenn er gesagt hat: aus ihm, oder aus dem Schoß, oder aus dem Vater bin ich hervorgegangen und gekommen, und wenn man das so auffaßt, als dehne er einen Teil jenes einen Wesens sozusagen als eine Erweiterung aus, dann wird nach ihrer Meinung der Vater zusammengesetzt, teilbar, veränderlich und körperhaft und, so wie sie es behaupten, mit den Folgerungen des Körperhaft-seins belastet sein, er, der körperlose Gott.”

Weil wir jetzt die Lehre der Evangelien gegen diese Auslegung der völlig falschgläubigen Lehre in ihrem ganzen Umfang besprechen wollen, so haben wir es für angebracht gehalten, die ganze Zusammenfassung dieser Irrlehre jetzt auch dem sechsten Buch einzufügen, wenn wir sie auch schon im ersten Buch1 geboten haben. Das neuerliche Lesen und Vergleichen der Erwiderung auf die einzelnen Gegenstände soll unter Verwertung der Lehre der Apostel und Evangelien den Sinn für die Wahrheit wecken, wenn auch unter Widerstreben und Widerspruch. Sie behaupten also:

1: Buch 4, 12 f. Diese Stelle ist ein Beweis dafür, daß zwischen der Abfassung der drei ersten Bücher und der folgenden ein großer zeitlicher Zwischenraum liegt.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger