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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Sechstes Buch

24. Erneute Erläuterung des gleichen Wortes. Den Worten des Sohnes gibt er maßgebende Beweiskraft.

Weil aber in dem Bekenntnis dieses Glaubens das Leben der Gläubigen bestehen sollte, ― denn das Leben [S. 292] der Ewigkeit ist nichts anderes als dieses Wissen, Jesus Christus, der eingeborene Gott, sei Gottes Sohn1 ― darum wurde die Stimme dieser Bezeichnung von den Aposteln zum wiederholten Mal gehört; der Erlangung des Lebens wegen sollte dasjenige fester geglaubt werden, das nicht geglaubt zu haben, den Tod bedeuten würde.

Denn als der Herr im Gewand seiner Herrlichkeit auf dem Berge stand; als Moses und Elias ihm zur Seite traten ― nachdem er zur Bestätigung des Wunders und des Wortes die drei Säulen2 der Kirchen als Zeugen mitgenommen hatte ―, da hörte man vom Himmel her diese Stimme des Vaters: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe; ihn höret!”3 Zur Bekräftigung seiner Ehre war die sichtbare Lichtfülle nicht genügend; ausdrücklich wird hervorgehoben: das ist mein Sohn. Die Apostel ertragen nicht die Herrlichkeit Gottes; die sterblichen Augen sind zu schwach, um hinzuschauen; und bestürzt bis zur Furcht fallen die gläubigen Petrus und Jakobus und Johannes nieder: aber (statt dessen und darüber hinaus) ist die Bekundung der väterlichen Bezeugung da, und als Sohn wird dieser (Verklärte) durch das eigene Wort dessen erwiesen, der ihn so nennt.

Nicht allein als wahrer Sohn wird er durch „dieser” und „er ist mein” bestätigt, sondern es wird noch hinzugefügt: „Ihn höret!” Das Zeugnis des Vaters stammt zwar vom Himmel, aber das Zeugnis des Sohnes wird auf Erden bestätigt; denn auf ihn wird hingewiesen, daß man auf ihn hören solle.

Obwohl durch die Bekundung von seiten des Vaters kein Zweifel mehr bleibt, so wird das Selbstzeugnis des Sohnes ausdrücklich als glaubwürdig bezeichnet; und soweit wird damit die Wahrheit des Sohnes gelehrt, daß die Bestätigung durch des Vaters Wort folgsames Hören von uns fordert. Weil dieses Wort also eine Äußerung [S. 293] des väterlichen Willens ist, daß man nämlich auf den Sohn hören solle, so wollen wir das Selbstzeugnis des Sohnes über sein Wesen hören.

1: Vgl. Joh. 17, 3.
2: Vgl. Gal. 2, 9.
3: Matth. 17, 5.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger