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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Sechstes Buch

17. Frevel ist es, Gottes Selbstzeugnis nicht gläubig anzunehmen.

Vorerst aber wollen wir zusehen, durch was für eine menschliche Dreistigkeit dasjenige verhindert wird, zur Erkenntnis zu kommen, was man als Selbstzeugnis Gottes ausdrücklich zugesteht.

Welch überschwere Unziemlichkeit menschlicher Torheit und Dreistigkeit, Gottes Selbstzeugnis nicht nur dadurch anzugreifen, daß man ihm nicht glaubt, sondern es sogar dadurch zu verwerfen, daß man es zu bessern sucht, und jenes unaussprechliche Geheimnis seiner Wesens- und seiner Kraftfülle mit menschlichen Fündlein zu beschmutzen und zu bekämpfen, und dies zu sagen wagen: Wenn der Sohn — so sagt der Irrlehrer — aus Gott ist, dann ist Gott veränderlich und körperhaft, der dasjenige aus sich hervorgebracht oder herauserstreckt hat, was ihm Sohn sein solle!

Was sorgst du dich darum, Gott möchte veränderlich sein? Wir bekennen die Geburt; wir lehren, gottbelehrt, den Eingeborenen: du setzt dem das unveränderliche Wesen Gottes entgegen, das nicht ausgedehnt und herauserstreckt werden kann, nur, damit nicht die Geburt zu Recht bestehen bleibe; nur, damit nicht der eingeborene Gott im Glauben der Kirche (lebendig) sei.

Unseliger Wahn, ich würde dir auch aus irdischen Dingen ein Beispiel von einigen Wesen beibringen, die gezeugt werden, damit du nicht die Geburt für eine Herauserstreckung haltest; damit du nicht die selbständigen Wesen derer, die geboren werden, als einen Verlust derer betrachtest, die zeugen; daß also vieles aus Lebendigem als Lebewesen gezeugt werde ohne körperliche Vermischung: wenn es nicht Unrecht wäre, dem [S. 284] Selbstzeugnis Gottes keinen Glauben geschenkt zu haben; wenn man es nicht für Überspitzung letzten Wahnes halten müßte, demjenigen die Verläßlichkeit zur Glaubenshingabe zu nehmen, dessen Verehrung um des Lebens willen du selber zugestehst. Denn wenn ganz allein durch ihn das Leben besteht, wie soll nicht auch durch ihn der Glaube an das Leben Bestand haben? Wie aber kann der Glaube an das Leben auf denjenigen gegründet sein, den man nicht für einen verläßlichen Zeugen über sich selber hält?

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger