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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Fünftes Buch

39. Das gleiche wird aus Jeremias nachgewiesen.

Mit nicht ungleicher prophetischer Kraft hat aber auch Jeremias mit folgenden Worten die gleichwesentliche Göttlichkeit des Eingeborenen mit dem Vater gelehrt: „Dieser ist unser Gott, und nicht wird man einen anderen an seiner Statt erheben. Er fand jeglichen Weg des Wissens und gab ihn Jakob, seinem Knecht, und Israel, seinem Liebling. Danach erschien er auf Erden [S. 262] und weilte unter den Menschen.”1 Mit welchem Recht unterstellst du, Irrlehrer, ein anderer Gott sei in dem Sohne Gottes, der doch Gott ist? Lerne es, den einen wahren Gott zu erkennen und zu bekennen! Es wird nicht ein anderer Gott zu Christus hin abgeordnet, um ihn zu Gott zu machen. Gott ist er seinem Wesen nach, auf Grund der Geburt, aus Gott. Sofern er Gott ist, ist er aus Gott, ist dazu nicht noch ein anderer Gott (vonnöten). Denn ein anderer wird zu ihm nicht abgeordnet; denn in ihm gibt es keine andere Wirklichkeit, als sie in Gott ist.

Was bringst du den wahren und nicht-wahren, was den minderwertigen und hochgestellten, was den verschiedenen und verschiedenen (Gott) unter dem verlogenen Vorwand des Glaubens an einen Gott miteinander zusammen? Gott ist der Vater, Gott auch der Sohn. In Gott ist Gott. Außer ihm gibt es keinen Gott; kein anderer wird zu ihm abgeordnet, damit er Gott sei. Wenn du in ihnen mehr den einen als den einzigen Gott erkennst, dann wirst du den Glauben der Kirche bekennen, die den Vater im Sohn ehrt. Wenn du aber die Einheit Gottes behauptest, um die Einzigkeit zu bezeichnen, in Unkenntnis des himmlischen Geheimnisses, dann bist du außerhalb der (wahren) Erkenntnis Gottes, weil du das Dasein Gottes in Gott nicht bekennst. Sechstes Buch

1: Bar. 3, 36―38. Die Väter bezeichnen oft „Jeremias” als „Baruch”.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger