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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Fünftes Buch

38. Die ungeteilte Göttlichkeit des Vaters und des Sohnes auf Grund von Isaias.

Das wahre und heilbringende Bekenntnis unseres Glaubens bestätigt aber der prophetische Geist, der (zwar) in sehr vielen (, aber doch) einer und derselbe ist und trotz des Ablaufes und der Unterbrechungen der Zeiträume die Verkündigung der gläubigen Lehre nicht ändert. Damit nämlich die durch Moses gesprochenen Worte des eingeborenen Gottes im Verlaufe des Erkennens vervollständigt und gefestigt würden, deswegen spricht wiederum derselbe prophetische Geist durch das Wort Gottvaters aus dem Munde hochgestellter Männer durch (des) Isaias (Wort): „Denn in dir ist Gott, und außer dir gibt es keinen Gott. Denn du bist Gott, und wir wußten es nicht, Gott, Israels Retter.”1

Darauf, auf diese unzerreißbare Lehre von Wesen und Name, möge der hoffnungslose Wahn der irrlehrerischen Ungläubigkeit Rede und Antwort stehen; und wenn er kann, möge er diese nach Wort und Sache geeinigte Lehre mit dem schäumenden Mund seiner Tollheit zerreißen! In Gott ist Gott, und außerhalb seiner gibt es [S. 261] keinen Gott; trennen möge er den, der (in Gott) ist, von dem, in dem er ist; und die Erkenntnis dieses Geheimnisses möge er zerteilen durch Verschiedenheit des Wesens! Denn mit dem Wort: „In dir ist Gott” lehrt er, daß das Wesen Gottes des Vaters tatsächlich im Sohn vorhanden ist, da man doch erkannte, daß Gott (der Sohn) in demjenigen ist, der Gott (Vater) ist. Mit seinem ausschließenden Wort aber: „Und außer dir gibt es keinen Gott” zeigt er, daß es außer ihm keinen Gott gebe, weil in ihm, dem Gott, Gott ist.

Was aber an dritter Stelle steht: „Gott bist du, und wir wußten es nicht”, so bezeugt dies das gläubige und treue Bekenntnis der menschlichen Erkenntnis, die nach der Erkenntnis des Geheimnisses der Geburt und nach der Verkündigung des Namens durch den Engel an Joseph2 bekennen sollte: „Denn du bist Gott, und wir wußten es nicht, Gott, Israels Retter.” Sie verstanden darunter Gottes Wesen, das in ihm besteht, da er Gott in Gott ist, und es außerhalb seiner keinen gibt, der Gott ist. Denn er ist Gott, und in ihm ist Gott, und läßt uns keinen Raum für die irrige Annahme irgendeines anderen Gottes.

Dies ist des Isaias prophetische Lehre, der die ungetrennte und unteilbare Göttlichkeit des Vaters und des Sohnes bezeugt hat.

1: Is. 45, 14 f.
2: Matth. 1, 21.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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