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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Fünftes Buch

35. Die Arianer kennen nicht den einen wahren Gott. Grund. Ergebnis der beiden vorhergehenden Bücher; noch ausstehende Leistung.

Die irrlehrerische Verkehrtheit versteht es nicht, den einen wahren Gott zu kennen und zu bekennen; und außerhalb ungläubiger Denkweise liegt der Glaube und die Erkenntnis dieser Lehre. Zuerst muß man den Vater und den Sohn bekennen, damit überhaupt der eine wahre Gott erkannt werden könne; und danach muß man den Geheimnissen des Gesetzes und der Propheten nachgehen, wenn man nämlich die Geheimnisse des menschlichen Heiles schon erkannt hat, die in uns durch die Kraft der Wiedergeburt im Vater und Sohn zum [S. 257] Leben vollendet werden. Den einen wahren Gott erfaßt die Ungläubigkeit nicht, unkundig der Lehre der Apostel und Evangelien. Aus ihren eignen Lehren werden wir diese Erkenntnis beweisen, bis zum unwiderleglichen Bekenntnis des wahren Glaubens, damit der Eingeborene als ungeteilt und untrennbar, nicht der Person, wohl aber dem Wesen nach, erkannt werde, vom Vater her mit Dasein ausgestattet; und damit auf diese Weise nur ein Gott sei, weil er Gott aus Gottes Wesen ist. Dennoch soll aus den Prophetenworten der Glaube an diese vollkommene Einheit hergeleitet, und von hier aus sollen die Grundlagen für das Haus der Evangelien gewonnen werden. Insofern soll der eine Gott durch das gleiche Wesen einer Göttlichkeit erkannt werden, als der eingeborene Gott nicht als ein zweiter (wesensanderer) Gott dargestellt wird.

Denn wir haben in diesem ganzen Buch unserer Darstellung die Ordnung innegehalten, daß wir aus denselben Stellen die wahre Göttlichkeit aufweisen wollten, aus denen wir im vorigen Buch die Gottessohnschaft nachgewiesen haben. Dies ist, wie ich hoffe, das Ergebnis aller Darlegungen, daß derjenige als wahrer Gott erkannt werde, dem die Göttlichkeit nicht abgestritten wurde.

Der jetzt noch ausstehende Teil wird insgesamt dies anstreben, daß nicht als ein zweiter Gott abgesondert werde, wer als wahrer Gott erkannt wurde; daß als eins erkannt werde, was nicht zu einem anderen hinstrebt; daß aber diese Einheit nicht das Fürsichsein des Sohnes zerstöre, sondern in Gott und Gott das Wesen der einen Göttlichkeit bestehen lasse.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger