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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Fünftes Buch

31. Das gleiche wird aus den vorhin angeführten Prophetenworten klargemacht.

Dieses ganze Prophetenwort läßt keine Schwierigkeit zurück, daß es denjenigen als Gott bezeichnet wissen wolle, dem durch einen neuen Namen Dienst geleistet werden soll; durch den eben dieser neue Name auf Erden hocherhoben werden soll, der als wahrer Gott gepriesen und als wahrer Gott im Schwur angerufen werden soll. Das alles bekennt der Kirche rechter Glaube in der Fülle der Zeit1 durch die gläubige Verehrung Christi, des Herrn. So sehr weist das Prophetenwort auf ihn hin, daß es nicht durch Beifügung eines Pronomens die Bezeichnung einer zweiten Person einführt. Denn wenn er „dich, den wahren Gott,” hinzugefügt hätte, dann hätte das Wort des Sprechers auf einen anderen bezogen werden können; da er aber (nur) „den wahren Gott” sagt, so beließ er die Deutung der Bezeichnung [S. 252] als bezogen auf den Sprecher. Obwohl nun bei all dem keine Unsicherheit herrschen kann, wen das vorliegende Wort meine, so lassen doch die vorhergehenden Worte mit aller Deutlichkeit erkennen, wem dieses Bekenntnis zuzueignen sei.

Denn er sagt: „Öffentlich bin ich denen erschienen, die nicht nach mir fragten; und gefunden wurde ich von denen, die mich nicht suchten. Ich sprach: Sieh, da bin ich für den Stamm derer, die meinen Namen nicht anriefen. Den ganzen Tag über habe ich meine Hand zu dem Volk hin ausgestreckt, das mir mißtraut und widerspricht.”2 Ist die ungläubige Falschheit der diebisch-verschlagenen Lehre etwa noch im Dunkeln (gelassen), und kann man den wahren Gott nicht kennen, der dies spricht?

Ich frage: wer ist denen erschienen, die nicht nach ihm fragten; und wer wurde von denen gefunden, die ihn nicht suchten? Wer ist derjenige aus den Stämmen, die vorher seinen Namen nicht anriefen? Wer hat den ganzen Tag über seine Hand zu dem Volk hin ausgestreckt, das ihm mißtraute und widersprach? Vergleiche damit jenen weihevollen und göttlichen Gesang des Deuteronomiums,3 in dem Gott, aufgebracht über die Nicht-götter, gegen das Nicht-volk und gegen das törichte Volk die Ungläubigen zum Eifer anfeuert. Sieh doch ein, wer offenbar wird den Unkundigen; wer von den Fremden als zu eigen angenommen wird; wer seine Hände vor dem mißtrauischen und widerspruchseifrigen Volk ausgebreitet hat, indem er „den Schuldbrief eines früheren Urteils an das Kreuz heftete”.4 Denn dieser Geist des Propheten hat durch das zusammenhängende und in sich sinngemäß verbundene Wort gesprochen: „Meinen Getreuen aber wird man einen neuen Namen geben, den man rühmen wird auf Erden, und preisen werden sie den wahren Gott; und die schwören werden auf Erden, die werden es tun beim wahren Gott.”5

1: Vgl. Gal. 4, 4.
2: Is. 65, 1 f.
3: Deut. 32, 21.
4: Kol. 2, 14.
5: Is. 65, 16.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger