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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Fünftes Buch

26. Widerlegung der Irrlehrer, die die Schrift anführen, die sie hinterhältig gefälscht haben.

Wirklich gar nichts mehr von Weisheit birgt die Falschgläubigkeit in sich; und wo die Gottesfurcht fehlt, die der Anfang der Weisheit ist,1 nimmt sie auch jeglichen Keim von Klugheit mit sich fort.

Denn um den Glauben an die wahre Gottheit im Sohne zu erschüttern, wird das Prophetenwort vorgebracht, in dem gesagt wird: „Und preisen sollen sie dich, den wahren Gott.”2

Zunächst war dies die Torheit der Falschgläubigkeit, daß man die vorhergehenden Worte in ihrer Bedeutung nicht betrachtete, oder, wenn es geschah, man sie verschwieg. Danach dann (beachte), zu welchem Betrug sie sich durch die Einfügung einer Silbe herbeiließ, die in der Schrift nicht vorhanden ist. Dabei bediente sie [S. 247] sich ihrer lügnerischen Torheit, (ohne ein Wort der Rechtfertigung), als ob man sogar soweit ihren Worten Glauben schenken müsse, daß sie eine Nachprüfung der maßgeblichen Fassung der Prophetenworte für unberechtigt hielt. Denn die Stelle lautet nicht „Preisen sollen sie dich, den wahren Gott”,3 sondern „Preisen sollen sie den wahren Gott”. Denn es ist kein geringer sachlicher Unterschied zwischen ,,dich, den wahren Gott” und: „den wahren Gott”. Denn wo das „Dich” steht, da bezieht es sich offenkundig auf eine andere Person; anderseits aber, wo die Silbe des Pronomens nicht vorhanden ist, da wird auch die Bezeichnung (Gott) auf den Urheber4 des Wortes zurückbezogen.

1: Ps. 110, 10 [hebr. Ps. 111, 10].
2: Is. 65, 16.
3: Is. 65, 16.
4: Als diesen sieht Hilarius den Sohn an.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger