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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Fünftes Buch

3. Ziel dieses vorliegenden Buches. Grund für die Wahrheit dieses Sachverhaltes.

Dem sachgemäßen Fortgang der Frage folgt auch der Fortgang des Buches, das sich (jetzt) anschließt. Denn dies steht als die nächste Lehre der gottlosen Verführung fest: „Wir kennen nur einen wahren Gott.” Daraufhin besteht die ganze Untersuchung dieses zweiten Buches darin, ob der Sohn Gottes wahrer Gott sei.

Denn ohne Zweifel hat der Scharfsinn irrlehrerischen Geistes auf diese Reihenfolge sich festgelegt, daß er zuerst die Einzigkeit Gottes behauptet, danach die Einzigkeit des wahren Gottes lehrt, um dadurch den Gottessohn von dem Wesen und der Wirklichkeit Gottes abzulösen, da die Wahrheit über die wesensmäßige Wirklichkeit des einen nicht hinausgehen könne, wofern sie im Wesen des Nur-einen Bestand hat.

Weil also gar kein Raum für Zweifel darüber da ist, daß Moses mit seiner Lehre von der Einzigkeit Gottes offensichtlich auch die Göttlichkeit des Gottessohnes ausdrücklich bezeichnet habe, darum wollen wir eben [S. 221] jene maßgebenden Stellen seiner ausdrücklichen Lehre durchgehen; wir wollen nachprüfen, ob er auch denjenigen als wahren Gott erkannt wissen wollte, den er als Gott bezeichnet hat.

Für niemanden aber ist es zweifelhaft, daß die Wahrheit aus dem Wesen und der kraftvollen Wirkung entspringe, wie es beispielshalber gesagt sein mag, daß dasjenige wahrer Weizen ist, was ährenförmig angeordnet und mit Grannen geschützt ist; was von den Hülsen befreit, zu Mehl zerkleinert, zu Brot gebacken und als Speise genommen, von sich aus Wesen und Leistung des Brotes darbietet. Weil also die Wirkung des Wesens die Wahrheit sichtbar macht, darum wollen wir zusehen, ob auch (wirklich) derjenige wahrer Gott sei, dessen Göttlichkeit Moses ausdrücklich hervorhebt.

Über den einen Gott und über ihn als den wahren Gott wollen wir später sprechen;1 wir weisen deswegen darauf hin, damit nicht durch die eingeschobene Bestätigung der in Aussicht gestellten Lehre des einen und wahren Gottes, der im Vater und im Sohn Dasein hat, der gefahrvolle Argwohn schwebender Erwartung die gespannte Aufmerksamkeit ermüde.

1: im achten Buch.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger