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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Fünftes Buch

20. Auf Grund eines anderen Gesichtes Jakobs erweist der Sohn sich als Gott. Gott wird nicht erkannt, es sei denn durch Gott.

Noch immerfort hält der Schatten des Gesetzes1 die Reihenfolge des Geheimnisses der Evangelien bei, und durch seine eifrige Bemühung gibt es mit seinen Geheimnissen ein Vorbild für die Wahrheit der Lehre der Apostel.

In einem Traumgesicht hatte der selige Jakob Gott gesehen;2 in (diesem) Traum geschieht Offenbarung eines Geheimnisses, nicht körperhaftes Betrachten. Denn es zeigt sich das Herabschweben der Engel auf der Leiter und ihr Hinaufschweben zum Himmel; über der Höhe der Leiter wird der thronende Gott sichtbar; und die Deutung des Gesichtes hat deutlich gezeigt, daß der Traum eine Offenbarung war. Denn nach des Patriarchen Worten erweist sich diese Stätte des Gesichtes „als das Haus Gottes und die Pforte des Himmels”.3 Und nach einer langen Erzählung seines Tuns folgt: „Es sprach aber Gott zu Jakob: mach dich auf und steige hinauf, wo Bethel ist; dort nimm Wohnung und bringe Gott ein Opfer dar, der dir erschienen ist, als du vor dem Angesicht Esaus wichest.”4

Wenn der Glaube der Evangelien (nur) durch Gott [S. 240] den Sohn Zugang zu Gott dem Vater hat,5 und wenn Gott nur durch Gott erkannt werden kann,6 dann gib jetzt darüber Auskunft, woher derjenige wahrer Gott sei, der Ehre für den Gott fordert, der über der Höhe der Himmelsleiter thront! Oder welche Wesensverschiedenheit ist in beiden, da für dasselbe Wesen ein und derselbe Name verwandt wird? Gott ist erschienen, Gott spricht vom erschienenen Gott; Gott kann nur durch Gott erkannt werden, wie Gott Ehre nur durch (Vermittlung von) Gott von uns annimmt. Denn als verehrungswürdig wird man ihn nicht erkennen, wenn jener ihn so nicht gelehrt hätte; noch wird jener als Gott erkannt, wenn nicht dieser zuvor als Gott erkannt wäre.

Die Fügung der Geheimnisse hat ihre feste Folge. Zur Ehre Gottes werden wir durch Gott belehrt. Das Wesen behält seinen Namen: nichts anderes ist jeder als Gott. Ich frage, wie denn überhaupt bei dem einen Namen für das eine Wesen des Vaters und des Sohnes Gottsohn von seiner Wesenshöhe herabsinken könne (um die Behauptung der Irrlehrer zu rechtfertigen), daß er nicht wahrer (Gott) sei.

1: Vgl. Hebr. 10, 1.
2: Gen. 28, 13.
3: Gen. 28, 17.
4: Gen. 35, 1.
5: Joh. 14, 6.
6: Matth. 11, 27.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger