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Apostolische Väter - Der Hirte des Hermas
II. Gebote

Fünftes Gebot

1. Kap. Lob der Langmut.

1. „Werde langmütig und verständig“, fuhr er fort, „und du wirst erhaben sein über alle bösen Werke und nur Gerechtigkeit üben. 2. Wenn du nämlich langmütig bist, dann wird der in dir wohnende Heilige Geist rein sein, nicht verdunkelt von einem anderen bösen Geiste, sondern in einer geräumigen Behausung wohnend wird er frohlocken und freudig sein mit dem Gefäße, in dem er wohnt, und er wird Gott dienen mit vieler Freude, da er sein Glück in sich selbst hat. 3. Wenn aber irgendwie der Jähzorn sich einnistet, dann wird es alsbald dem Heiligen Geiste, der zart ist, zu enge, da er [S. 210] keinen reinen Wohnort mehr hat, und er sucht von da auszuziehen. Der böse Geist sucht ihn nämlich zu ersticken, indem der Zorn ihn vergewaltigt, und so kann er dem Herrn nicht mehr dienen, wie er will. Denn in der Langmut wohnt Gott, in der Zornmütigkeit aber der Teufel. 4. Wenn nun beide Geister in einem Menschen zusammenwohnen, so ist das unzuträglich und schädlich für den, in dem sie wohnen. 5. Wenn du nämlich nur ein ganz klein wenig Absinth nimmst und ihn in einen Topf voll Honig schüttest, ist dann nicht der ganze Honig verdorben? Und zwar wird eine solche Menge Honig von dem bisschen Absinth verdorben, er nimmt dem Honig seine Süßigkeit, und dieser schmeckt dem Herrn nicht mehr, weil ihm etwas beigemischt und er so ungenießbar wurde. Wenn aber der Absinth dem Honig nicht beigegeben wird, dann behält er seine Süßigkeit und ist dem Herrn wohlbekömmlich. 6. Du siehst also, dass die Langmut viel süßer ist als Honig und dass sie gar genehm ist für den Herrn und dass er in ihr wohnt. Der Jähzorn aber ist bitter und unnütz. Wenn sich nun der Zorn vermischt mit der Langmut, dann wird diese verdorben, und das Dazukommen jenes ist dem Herrn nicht genehm.“ 7. „Ich möchte gern, o Herr, die Wirkung des Jähzorns kennen lernen“, fuhr ich fort, „damit ich mich vor ihm hüte.“ „Fürwahr“, entgegnete er, „wenn du dich vor ihm nicht hütest mit deinem Hause, dann ist all deine Hoffnung dahin. So hüte dich also vor ihm; denn ich bin mit dir. Und auch alle, die sich von ganzem Herzen bekehren, werden sich von ihm enthalten; denn auch mit ihnen werde ich sein und werde sie bewahren; denn sie alle wurden gerechtfertigt von dem heiligsten Engel.“

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger