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Apostolische Väter - Der Hirte des Hermas
II. Gebote
Fünftes Gebot

2. Kap. Die bösen Folgen des Zornes.

1. „So vernimm nun“, fuhr er fort, „die Wirkung des Zornes, wie verderblich er ist und wie er durch seine Wirkung die Diener Gottes verführt und dieselben von der Gerechtigkeit abwendet. Zwar verführt er die Vollkommenen im Glauben nicht, noch kann er Einfluss auf sie gewinnen, weil die Macht des Herrn mit ihnen ist; aber er verführt die leeren und schwankenden Menschen [S. 211] . 2. Wenn er nämlich solche Leute in Zufriedenheit leben sieht, stiehlt er sich in das Herz dieses Menschen und wegen nichts gerät der Mann oder die Frau in Erbitterung um alltäglicher Dinge willen: über eine Speise, über sonst eine Kleinigkeit, über einen Freund, ob man etwas geben oder nehmen soll, und über ähnliche Torheiten; denn all das sind törichte, eitle, sinnlose und unnütze Dinge für die Diener Gottes. 3. Die Langmut aber ist groß, gefestigt, von großer Kraft, stark, in weitem Umkreis in Ansehen, freudig, fröhlich, sorglos, allezeit den Herrn preisend1, ohne Bitternis im Innern, in allem milde und ruhig bleibend. Diese Langmut also wohnt bei denen, die den vollkommenen Glauben haben. 4. Der Zorn aber ist vor allem töricht, leichtsinnig und unverständig. Sodann entsteht aus dem Unverstand Bitterkeit, aus der Bitterkeit Erregung, aus der Erregung Zorn, aus dem Zorn Wut; diese Wut, die aus so großen Fehlern sich zusammensetzt, wird zu einer großen, unheilbaren Sünde. 5. Wenn nämlich diese Geister in einem Gefäße wohnen, in dem auch der Heilige Geist seinen Sitz hat, dann genügt jenes Gefäß nicht, sondern es ist überfüllt. 6. Der zarte Geist nun, der weder mit dem schlechten Geiste noch mit der Hartherzigkeit zusammenwohnen kann, zieht von einem solchen Menschen aus und sucht sich bei Milde und Ruhe eine Wohnung. 7. Wenn er dann seine frühere Wohnung bei jenem Menschen verlassen hat, ist dieser von dem guten Geiste verlassen und ganz angefüllt von den bösen Geistern; dadurch verliert er jeglichen Halt in all seinem Tun, wird dahin und dorthin getrieben von den bösen Geistern und wird verblendet, weil er der guten Einsicht bar geworden ist. So nun geht es allen Jähzornigen. 8. Darum halte dich frei vom Jähzorn, diesem gar schlechten Geiste; ziehe vielmehr die Langmut an und widerstehe dem Zorn und der Bitterkeit, und du wirst gefunden werden bei den Heiligen, die der Herr liebt. Siehe also zu, dass du dieses Gebot nie missachtest; denn wenn du dieses Gebot beherrschest, wirst du auch die übrigen halten können, die ich dir noch [S. 212] geben werde. Sei stark und mächtig in ihnen, auch alle (anderen) werden gestärkt werden, welche in ihnen zu wandeln entschlossen sind.“

1: Tob 4:19; Ps 33:2.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger