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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Viertes Buch

9. Aufdeckung des Truges, der in dem eben Gesagten versteckt ist.

[S. 178] Doch wer sieht nicht ein, daß dies voller Trug und voller Täuschung sei? Obwohl das in ausgeklügelter Feinheit vermengt und vermischt ist, verrät es doch noch unausweichlich die gekünstelte Schlauheit und Unzulänglichkeit der Bosheit und Torheit.

Unter anderem führen sie nämlich an, sie hätten allein den Vater als unentstehbar erkannt: als ob darüber jemand mit sich uneins sein könne, daß derjenige sein Dasein von niemandem erlangt habe, aus dem jener, durch den alles erschaffen ist, seinen Ursprung hat. Denn dadurch, daß er Vater heißt, wird er als Urheber dessen erwiesen, den er gezeugt hat; er hat ja doch einen solchen Namen, aus dem man erkennen kann, daß er seinen Ursprung nicht aus einem anderen habe; und aus dem die Lehre zu entnehmen ist, daß aus ihm derjenige sein Dasein gewonnen habe, der gezeugt wurde.

Was also dem Vater eigentümlich ist, wollen wir ihm durch unser Bekenntnis, ihm eigne die unentstehbare Macht ewiger Kraft, als eigentümliche Besonderheit lassen. Für niemanden aber, glaube ich, ist es zweifelhaft, es könne deswegen, weil im Bekenntnis über den Vater einiges als ihm zugehörig und eigentümlich hervorgehoben wurde, nicht auch außer ihm noch ein anderer als dieser (Eigentümlichkeiten) teilhaftig übrig bleiben. Denn indem sie sagen, er allein sei wahr, er allein gerecht, er allein weise, er allein unsichtbar, er allein gut, er allein mächtig, er allein im (Voll-) besitz der Unsterblichkeit, so wird deswegen, weil er allein das (alles) ist, der Sohn nach ihrer Meinung von der Teilnahme an all dem abgesondert. Denn an dem, was ihm allein eignet, kann nicht auch ein anderer teilnehmen, so behaupten sie. Was allein im Vater ist, das darf nach ihrer Meinung nicht auch als im Sohn vorhanden angenommen werden. Notwendig muß man (vielmehr) den Gott-Sohn als falsch [S. 179] und als unweise und als körperlich nach Maßgabe der stofflichen Dinge und als übelwollend und als schwächlich und als außerhalb der Unsterblichkeit befindlich glauben, der von allem diesem Ausnahme erleidet, da in diesem allein der Vater im Besitzstand ist.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger