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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Viertes Buch

41. Die Gegner des Sohnes sollen sich schämen. Wer den Sohn leugnet, mißachtet den Vater.

Wer leugnet, daß Gott in Gott sei, den widerlegt das folgende Wort; denn es spricht: „Erröten und schämen sollen sich alle, die ihm widerstreben, und hingehen sollen sie mit Bestürzung.”1

Dieses Machtwort ergeht wider deine Ehrfurchtslosigkeit Gott gegenüber. Denn du widerstrebst Christus, um dessetwillen der feierliche Spruch des väterlichen Wortes dir Vorwürfe macht. Denn Gott ist derjenige, dessen Gottsein du abstreitest. Du widerstreitest zwar unter dem Schein der Ehrung Gottes (des Vaters), der da spricht: ,,Es gibt keinen Gott außer mir.”2

Aber werde zuschanden und erröte: der ungewordene Gott bedarf nicht deiner Ehrerweisung; diesen Ruhm der Vereinzelung, den du ihm zusprichst, fordert er von dir nicht; er verlangt nicht nach dieser Kenntnis deines Meinens, damit du wegen seines Wortes: „Es gibt keinen Gott außer mir” denjenigen leugnest, den er gezeugt hat. Damit du nicht das Einzigartige auf ihn übertragest, um die Gottheit des Sohnes unmöglich zu machen, deswegen hat er den Ruhm seines Eingeborenen mit der Ehre vollkommener Göttlichkeit erfüllt, wovon sein Wort Kunde gibt: „Und außer dir gibt es keinen Gott.”

Wozu reißt du auseinander, was gleichgestellt ist? Wozu trennst du, was zusammengehört? Dies ist dem [S. 214] Sohn Gottes eigen, daß Gott nicht außerhalb seiner (des Sohnes) sei; dies ist Gott dem Vater eigentümlich, damit nicht jemand getrennt von ihm Gott sei. Bediene dich der Worte Gottes, wenn du von Gott sprichst! So sprich dein Bekenntnis, und so bete zum König: „Denn in dir ist Gott, und es gibt keinen Gott außer dir. Denn du bist Gott, und wir wußten es nicht, Gott, Israels Retter.” Frei von Schmähung ist die Leistung der Ehrerbietung, und nichts von Anstoß enthält die(se) Fassung des Bekenntnisses, besonders da dessen Bekämpfung voller Verwirrung und Beschämung ist. Halte dich an Gottes Worte, sprich mit Gottes Sprache und meide die angedrohte Beschämung! Denn wenn du dem Sohne Gottes die Göttlichkeit abstreitest, dann wirst du nicht so sehr Gott als einem Nur-einzigen Ehre der Verherrlichung erweisen, als vielmehr durch Mißachtung des Sohnes den Vater schmähen. Aufrichtige Ehre erweise dem ungewordenen Gott, weil es außer ihm keinen Gott gibt! Sprich sie aber auch dem eingeborenen Gott zu, weil es außer ihm keinen Gott gibt!

1: Is. 45, 16.
2: Is. 45, 18; Deut. 32, 39.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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