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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Viertes Buch

26. Auswertung im einzelnen; der Sohn ist Bote des großen Ratschlusses und Herr und Gott.

Was für eine Blindheit böswilligen Unglaubens ist es, was für eine Stumpfheit eines glaubenslosen Herzens, was für eine Verwegenheit von Ungläubigkeit, dieses entweder nicht zu wissen oder, wenn man es nur zu gut kennt, es zu vernachlässigen! Alles ist doch sicherlich so vorgelegt und gesagt worden, daß nicht irgendein Irrtum oder irgendeine Dunkelheit die Erkenntnis der Wahrheit hindere. Wenn wir behaupten, man könne unmöglich dieses nicht wissen, so trägt notwendig die Ungläubigkeit Schuld an der Leugnung.

Gottes Engel begann zu Hagar zu sprechen, er wolle Ismael zu einem großen Stamm vermehren und ihm eine unzählige Nachkommenschaft seines Geschlechtes gewähren. Das Bekenntnis derjenigen,1 die das hört, lehrt, daß er Herr und Gott ist. Denn das Wort nimmt zwar seinen Anfang vom Engel Gottes aus, aber sein Gewicht besteht (eigentlich) in dem Bekenntnis Gottes. So ist also dem Wesen und dem Namen2 nach Gott, wer unter dem [S. 198] Auftrag der Verkündigung eines großen Ratschlusses Gottes Engel ist. Der Name wird nämlich dem Wesen, nicht dem Namen das Wesen beigelegt.

Über genau das gleiche spricht Gott auch zu Abraham: Er wird davon in Kenntnis gesetzt, daß Ismael den Segen schon erhalten habe und zu einem Volke anwachsen werde. „Ich habe ihn”, sagte er, „gesegnet”.3 Er hat also die Bezeichnung seiner Person nicht geändert; denn offen sagt er ja, er habe den Segen schon gespendet.

Die Schrift hat auf jeden Fall den Sachverhalt des Geheimnisses und das Ausmaß wahrer Lehre gewahrt, indem sie vom Engel Gottes beginnt und nachher denselben ausdrücklich als Gott bekennt, wenn er von denselben Dingen (wie vorher als Engel) spricht.

1: Hagar.
2: Vgl. 1 Joh. 3, 1.
3: Gen. 17, 20.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger