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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Viertes Buch

25. Noch andere Gesichte, Worte, Taten werden herangezogen.

[S. 196] Die Schrift hat auch durch Abraham gezeigt, daß Gott sei, wer spreche. Dem Abraham wird auch der Sohn Isaak versprochen. Danach treten später drei Männer hinzu. Abraham erblickt die drei, betet einen an und bekennt ihn als Herrn. Die Schrift hat ausdrücklich angegeben, daß drei Männer hinzugetreten seien: der Patriarch weiß aber sehr wohl, wen er anzubeten und zu verehren hat. Ohne (sichtliche) Unterscheidung ist das Aussehen derer, die herankommen; doch jener erkannte den Herrn mit den Augen des Glaubens und dem Gesicht des Geistes. Danach folgt: „Und er sagte ihm: auf meinem Rückweg werde ich um diese Zeit im nächsten Jahre wiederkommen, und deine Frau Sara wird (dann) einen Sohn haben.”1 Und danach sagt ihm der Herr: „Ich will nicht vor meinem Sohn Abraham verbergen, was ich tun werde.”2

Und wiederum: „Es sagte aber der Herr: das Geschrei von Sodoma und Gomorrha ist voll geworden, und ihre Sünden sind gewaltig groß.”3 Als nach manchem anderen Wort, das wir der beabsichtigten Kürze wegen übergehen, Abraham darüber voll Kummer war, daß die Gerechten zugleich mit den Ungerechten zugrunde gehen sollten, da sprach er: „Keineswegs wirst du dieses Gericht vollziehen, der du über die Erde richtest.” Und der Herr sagte ihm: „Wenn ich in der Stadt Sodoma fünfzig Gerechte finde, will ich ihretwegen der ganzen Stadt verzeihen.”4

Und nachdem das Wort an Lot, den Bruder Abrahams ergangen war, sagt die Schrift wiederum: „Und der Herr ließ über Sodoma und Gomorrha Schwefel und Feuer vom Herrn vom Himmel herabregnen.”5 Und wiederum: „Und der Herr suchte Sara heim, und Gott tat Sara, wie [S. 197] er gesprochen hatte; und sie empfing und sie gebar dem Abraham in ihrem Alter einen Sohn, und zu der Zeit, wie Gott es ihr gesagt hatte.”6 Als danach die Magd mit ihrem Sohn aus dem Hause Abrahams hinausgejagt war und sie in der Wüste wegen des Wassermangels den Tod des Kindes befürchtete, da spricht dieselbe Schrift: „Und Gott der Herr erhörte die Stimme des Kindes, wo es war, und es rief Gottes Engel die Hagar vom Himmel her an und sprach zu ihr: Was ist denn, Hagar? Sei ohne Furcht; denn der Herr hat das Wimmern des Kindes von der Stätte her erhört, wo es liegt. Steh auf, nimm den Knaben und halt ihn an der Hand; denn ich werde ihn zu einem großen Volk machen.”7

1: Gen. 18, 10.
2: Gen. 18, 17.
3: Gen. 18, 20.
4: Gen. 18, 25 f.
5: Gen. 19, 24.
6: Gen. 21, 1 f.
7: Gen. 21, 17 f.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger