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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Drittes Buch

5. Gottes Macht zeigt sich in seinen Taten, deren Sinn verborgen ist. Der Mensch faßt es nicht, wie Wasser in Wein sei verwandelt worden.

Obwohl es in Gott machtvolle Handlungen von solcher Art gibt, deren wesentlicher Sinn unserer Einsicht [S. 143] unerfaßlich ist, so ist doch der Glaube an die seinsmäßige Wahrheit (d. h. Möglichkeit) ihrer Wirkbarkeit völlig sicher. Und nicht nur in geistigen Dingen erfahren wir das, sondern auch bei körperlichen; nicht als Beispiel zur Geburt (Jesus aus Gott), sondern zur Bewunderung einer einsichtigen Tatsache (ist es) gezeigt (worden).

An einem Hochzeitstage wurde in Galiläa Wein aus Wasser verwandelt: wird unser Sprechen oder Denken es wohl erfassen, auf welche Weise das Wesen verändert wurde, damit des Wassers Einfachheit aufhörte und des Weines Duft aufstieg? Es war keine Vermischung, sondern eine Schöpfung. Und nicht eine Schöpfung, die von sich selbst aus begann, sondern aus dem einen (Wesen) in ein ganz anderes hinüber Dasein gewann. Nicht vermöge eines Durchgießens des Höherwertigen erreicht man etwas Geringerwertiges, sondern es wird zu nichts, was war; und was nicht war, begann (zu sein). Der Bräutigam ist bestürzt, die Dienerschaft verwirrt, die Feierlichkeit des Hochzeitsmahles in Gefahr. Man bittet Jesus: er steht nicht auf, geht nicht hin, sondern während er ruht, vollzieht er sein Werk. Wasser wird in die Gefäße eingegossen, Wein mit den Bechern geschöpft. Das wahrnehmende Wissen dessen, der eingießt, stimmt nicht zu der (Wahrnehmung) dessen, der schöpft. Die eingegossen haben, meinen, es werde Wasser geschöpft; die schöpfen, glauben, es sei Wein eingegossen; die Zeit, die dazwischen1 liegt, reicht nicht hin, um das Wesen der Flüssigkeit entstehen und vergehen zu lassen.

Die Tatsache des Geschehnisses treibt mit Gesicht und Geschmack ihr Spiel: aber in dem, was geschah, spürt man dennoch Gottes Kraft.

1: zwischen Eingießung und Schöpfung.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger