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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Drittes Buch

4. Auf welche Weise er im Vater ist.

Wer also des vollkommenen Vaters vollkommener Sohn und des ungewordenen Gottes eingeborener Sproß ist; wer von dem, der alles besitzt, alles empfing; Gott von Gott, Geist vom Geist, Licht vom Licht, der hat voll Selbstbewußtsein gesagt: „Der Vater ist in mir, und ich bin im Vater.”1 Denn wie der Vater Geist ist, so ist Geist auch der Sohn; wie der Vater Gott ist, so ist Gott auch der Sohn; wie der Vater Licht ist, so ist Licht auch der Sohn.

Aus dem also, was im Vater ist, hat seinen Ursprung, worin der Sohn ist. Das bedeutet: aus dem ganzen (Sein des) Vaters ist (das ganze Sein) des Sohnes geboren. [S. 142] Nicht anderswoher; denn nichts war, ehe der Sohn war. Nicht aus dem Nichts; denn der Sohn ist aus Gott. Nicht (ist er nur) in einem Teil (des Vaters); denn die Fülle der Gottheit (ist) im Sohn. Auch nicht in irgendwelchem (Außergöttlichen) nur; denn er ist in allem. So vielmehr (ist der Sohn), wie derjenige gewollt hat, der die Macht dazu hatte; wie derjenige weiß, der ihn zeugte.

Was im Vater ist, das ist auch im Sohn; was im Ungewordenen ist, das ist auch im Eingeborenen; der eine (stammt) vom andern, und beide sind nur eines. Zwei sind nicht einer, sondern der eine ist im andern; denn in keinem von ihnen ist etwas anderes (als ihr eigenes göttliches Wesen). Der Vater ist im Sohn; denn aus ihm (hat) der Sohn (seinen Ursprung); der Sohn ist im Vater, weil er als Sohn nicht anderswoher (stammt); der Eingeborene (ist) im Ungewordenen; denn vom Ungewordenen (stammt) der Eingeborene.

So sind sie wechselseitig in sich; denn wie alles im ungewordenen Vater vollkommen ist, so ist vollkommen auch alles im eingeborenen Sohn. Das ist die Einheit in Vater und Sohn, das die Kraft, das die Liebe, das die Hoffnung, das der Glaube, das die Wahrheit, der Weg, das Leben:2 nicht wegen seiner wunderbaren Kraft Gott zu schmähen, nicht wegen des machtvollen Geheimnisses der Geburt den Sohn zu verkleinern, dem ungewordenen Vater das Nichts gleichzustellen, weder der Zeit noch der Macht nach den Eingeborenen von ihm zu trennen, sondern zu bekennen, daß der Sohn als Gott aus Gott ist.

1: Joh. 10, 38.
2: Joh. 14, 6.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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