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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Drittes Buch

16. Welche Herrlichkeit der Sohn vom Vater erwartete.

Sehen wir zu, was an Verherrlichung der Sohn vom Vater erwartet: es steht fraglos fest. Denn anschließend (an das Vorige) heißt es: „Ich habe dich auf Erden verherrlicht; ich habe das Werk vollendet, das zu tun du mir gegeben hast; und jetzt verherrliche mich, Vater, bei dir, mit jener Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war! Kundgetan habe ich den Menschen deinen Namen.”1

Durch die Werke des Sohnes ist also der Vater verherrlicht worden, indem er als Gott erkannt wurde, indem des eingeborenen Gottes Vater offenbar wurde, in dem er (sogar) gewollt hat, daß zu unserem Heile sein Sohn als Mensch von der Jungfrau geboren werde, in dem alles das beim Leiden Vollendung findet, was von der Geburt der Jungfrau an begonnen wurde. Weil daher Gottes Sohn vollkommen ist in jeder Hinsicht, die es nur gibt, und (weil) er, vor aller Zeit in der Fülle der Gottheit geboren, jetzt aber Mensch vom Ursprung seines Fleisches an, zum Tode vollendet wurde: darum erbat er, bei Gott verherrlicht zu werden; denn damals erst wurden Gottes machtvolle Taten vor der nicht-wissenden Welt im Fleische verherrlicht.

[S. 155] Was ist es aber jetzt, was er an Verherrlichung beim Vater sehnlich erbittet? Es ist das, was er bei ihm hatte, ehe die Welt war. Er hatte die Fülle der Gottheit2, und hat sie noch; denn er ist doch Gottes Sohn. Doch wer Gottes Sohn war, hatte auch begonnen, eines Menschen Sohn zu sein; denn das Wort war Fleisch geworden.3 Es hatte nicht eingebüßt, was es war, sondern hatte begonnen zu sein, was es nicht war; von dem Seinigen hat es nichts aufgegeben, sondern das Unsrige angenommen; ein Wachstum erbittet er eindringlich für das, was er annahm, (und zwar) der Verherrlichung (in seiner Gottheit), die er nicht aufgegeben hat.

Weil also der Sohn das Wort ist, und das Wort Fleisch wurde, und Gott das Wort und dieses im Anfang bei Gott und das Wort vor der Erschaffung der Welt der Sohn ist: darum betete der Sohn, jetzt Fleisch geworden, daß vor dem Vater das Fleisch zu dem werden möge, was das Wort (schon war); damit, was zeit-entsprossen war, den Ruhm derjenigen Herrlichkeit empfinge, die ohne Zeit ist; damit des Fleisches Vergänglichkeit in Gottes Kraft und des Geistes Unzerstörbarkeit umgewandelt und aufgehoben werde.

Dies also ist sein Gebet zu Gott, dies das Bekenntnis des Sohnes an den Vater, dies die Bitte des Fleisches: in diesem Fleische werden ihn alle als den mit Wunden Gekennzeichneten und als den Gekreuzigten sehen; in diesem (Fleische) werden ihn am Tage des Gerichtes alle sehen: vom Kreuze her durchstochen und erkennbar; in diesem wurde er auf dem Berge vorgebildet (für die Himmelsherrlichkeit); in diesem zum Himmel aufgenommen; in diesem setzte er sich zur Rechten Gottes, in diesem wurde er von Paulus geschaut, in diesem von Stephanus verehrt.

1: Joh. 17, 4―6.
2: Kol. 2, 9.
3: Joh. 1, 14.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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