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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Drittes Buch

15. Sohnes Lob ― Vaters Lob.

In höchster Weise verherrlicht also der Sohn dadurch den Vater, daß folgt: „Ich habe auf Erden dich verherrlicht, indem ich das Werk vollendet habe, das zu tun du mir gegeben hast.”1

Der ganze Lobpreis des Vaters geht vom Sohn aus; denn worin der Sohn gelobt wird, das ist Lob des Vaters. Er vollendet nämlich alles, was der Vater gewollt hat. Gottes Sohn wird als Mensch geboren; aber Gottes Kraft wirkt in der Geburt der Jungfrau. Gottes Sohn ist als Mensch wahrnehmbar; aber ein Gott offenbart sich in den Werken eines Menschen. Gottes Sohn wird ans Kreuz geschlagen; aber im Kreuzestod des Menschen überwindet der Gott den Tod. Christus, Gottes Sohn, stirbt; aber alles Fleisch wird in Christus zum Leben geweckt. Gottes Sohn ist in der Unterwelt; aber als Mensch wird er in den Himmel erhoben. Insoweit dies von Christus gerühmt wird, so wird um so mehr Ruhm derjenige erfahren, von dem aus Christus Gott ist.

So also verherrlicht der Vater auf Erden den Sohn; und der Sohn hinwiederum verherrlicht durch seine machtvollen Werke vor dem Nichtwissen der Völker [S. 154] und der Torheit der Welt2 den, aus dem er sein Dasein hat. Und zwar bezieht sich diese Wechselseitigkeit der Verherrlichung nicht etwa auf (das Vorhandensein) eines Fortschrittes der Gottheit, sondern auf diejenige Ehrung, die aus der Erkenntnis der Nichtwissenden hergeleitet wurde. Denn was besaß der Vater nicht in Überfülle, aus dem doch alles Dasein seinen Ursprung hat? Oder was mangelte dem Sohn, in dem nach seinem Wohlgefallen die ganze Fülle der Gottheit inwohnt?3

Der Vater wird also auf der Erde verherrlicht, weil sein Auftrag vollzogen wird.

1: Joh. 17, 4.
2: Vgl. 1 Kor. 1, 21.
3: Kol. 2, 9.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger